METAL HAMMER PARADISE 2021 - Weissenhäuser Strand

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Konzert vom 12.11. und 13.11.21
Mit BLIND GUARDIAN, SAXON, DIRKSCHNEIDER, THUNDERMOTHER u.v.a.

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METAL HAMMER PARADISE

Endlich wieder ein großes Festival. Auch wenn ich in den letzten Monaten immer wieder Konzerte und sogar kleine Festivals besuchen konnte, war das Metal Hammer Paradise doch eine andere Nummer. Mehrere tausend Fans und das auch noch im Innenbereich erforderten schon ein strenges Hygienekonzept.
Das war allerdings gut durchdacht und so konnte man das Wochenende ohne viel Stress und Sorgen genießen. Allerdings traf man viele alte Freunde, so dass die Musik tatsächlich etwas zu kurz kam, da man sich mehr als einmal „festquatschte“.
Daher wird dieser Bericht auch weniger Livereviews enthalten, als man es erwarten dürfte aber ich hoffe mal, das geht in Ordnung.

Den Anfang machen die Frankfurter Thrasher von TANKARD. Das Publikum scheint nach der langen Pause noch etwas eingerostet aber das stört die Jungs überhaupt nicht und so macht vor allem Frontmann Gerre ordentlich Meter und lässt es sich auch nicht nehmen, den geneigten Fans sein imposantes Biergewölbe darzubieten. Nicht unbedingt meine Mucke aber Spaß machen die Herren eigentlich immer.
Danach zieht es uns in den Headbangers Ballroom, wo STALLION spielen. Das Publikum kann dem klassischen Metal der Jungs einiges abgewinnen und so herrscht gute Stimmung, die allerdings in der ersten Reihe von zwei Hardcorefans etwas übertrieben wird. Die beiden versuchen immer wieder die Band abzuklatschen, was von den Ordnern aufgrund der strikten Kontaktregeln nicht gerne gesehen wird und so kommt es, wie es kommen muss und die beiden werden aus der ersten Reihe hinaus befördert und dürfen sich den Rest des Konzerts von der Seite aus ansehen.

IRON SAVIOR haben leider zu Beginn des Konzerts mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen und so beginnt der Auftritt mit einiger Verzögerung. PIET SIELCK und seine Kollegen nehmen es allerdings sportlich und lassen sich nicht aus der Ruhe bringen. Mit Nummern wie „Heavy Metal Never Dies“ kann man die Fans aber dann recht schnell auf Temperatur bringen und so sind am Ende alle zufrieden.

Dann zieht es uns tatsächlich auf bzw. in die Riff Alm, die kleinste der Bühnen. Das STORMWARRIOR hier spielen, ist für mich unverständlich, da der Status der Hamburger doch eigentlich ein anderer ist. Nun muss man aber zugeben, dass in der kleinen Location eine Superstimmung herrscht, die den Bandmitgliedern immer wieder ein fettes Grinsen ins Gesicht zaubert und als dann das immer wieder geforderte „Heading Northe“ gespielt wird, startet allgemeines Headbangen. Definitiv einer der stärksten Gigs am Wochenende.

Lucifer geben dann zwar optisch einiges her (und das liegt nicht nur an Frontfrau JOHANNA SADONIS) aber live kommt der Okkult Rock der Berliner nicht so richtig in Fahrt. Es ist halt kein Partymucke und bei einem Clubkonzert nur mit Fans der Band entsteht sicher in anderes Feeling. Hier ist das Publikum etwas zurückhaltend, was aber der musikalischen Qualität keinen Abbruch tut. Die Band freut sich aber wieder auf der Bühne stehen zu können und am Ende können sie mit dem Auftritt zufrieden sein.

Was soll man zu Saxon noch scheiben? Die Band um Frontmann BIFF BYFORD hat dermaßen viele Klassiker am Start, dass man von der ersten Sekunde an fast die komplette Setlist mitsingen kann. Angefangen bei „Motorcycle Man“ bis zum abschließenden „Princess Of The Night“ reiht sich Hit an Hit und lediglich das neue „Thunderbolt“ gibt eine kurze Verschnaufpause, wenn man hier noch nicht textsicher sein sollte.
Insgesamt ein perfekter Abschluß des ersten Tages und so steigen wir zufrieden ins Taxi, das uns ins Hotel bringt, da wir leider nicht direkt auf der Anlage untergebracht sind.

Setlist:
Motorcycle Man
Battering Ram
Wheels of Steel
They Played Rock and Roll
Strong Arm of the Law
Denim and Leather
Thunderbolt
Never Surrender
The Eagle Has Landed
Dogs of War / Solid Ball of Rock
And the Bands Played On
Power and the Glory
Crusader
Zugaben:
747 (Strangers in the Night)
Princess of the Night

Tag 2 startet für uns mit den GRAILKNIGHTS. Die Musik der Truppe wird vom Kollegen etwas despektierlich als Metal für Kinder im Vorschulalter bezeichnet aber den Leuten gefällts und optisch machen die Herren in ihren quitschbunten Kostümen auch was her. Die Songs sind mir gänzlich unbekannt, denn für mich ist es der erste Kontakt mit der Band und auch wenn das live ganz lustig ist, eine CD werde ich wohl nicht erwerben.

Auf BRAINSTORM bin ich sehr gespannt, immerhin sind die beiden letzten Alben echte Kracher und gehören zu meinen Favoriten. So besteht die, leider recht kurze, Setlist auch zum großen Teil aus den Songs der letzten Scheiben, wobei das Publikum allerdings mit den Songs nicht allzu vertraut ist, denn der Funke will nicht richtig überspringen. Mir eigentlich unverständlich, denn Nummern wie der Ohrwurm „Solitude“ sollten eigentlich Garanten für eine Topstimmung sein. Musikalisch gabs aber nichts auszusetzen und mir hats definitiv gefallen.

Tatsächlich habe ich mich vor allem wegen einer Band akkreditieren lassen: THUNDERMOTHER. Die vier Schwedinnen sind die einzigen, die sich auch von der Pandemie nicht vom live spielen abhalten lassen. Wo immer es die Bestimmungen zulassen sind FILLIPA NÄSIL, GUERNICA MANCINI, EMLEE JOHANSSON und MONA LINDBERG am Start und nie würden sie auf die Idee kommen eine ganze Tour abzusagen, nur weil einzelne Konzerte nicht stattfinden können. So hat man sich eine treue Fangemeinde erspielt und die steht wie immer in Form des Fanclubs in der ersten Reihe, um die Mädels abzufeiern. Allerdings lässt sich auch der Rest des gut gefüllten Zelts nicht lange bitten und so wird der Auftritt der Mädels zum ersten echten Highlight des Wochenendes. Kritiker mögen sie als AC/DC-Kopie bezeichnen aber die Zeiten, in denen Angus &Co. dermaßen in den Arsch traten, sind lange vorbei. Wer also noch nicht in den Genuss eines THUNDERMOTHER-Konzerts gekommen ist, der sollte dies schnellstens nachholen.
Als Fan lasse ich es mir nicht nehmen im Anschluss noch das Bowling-Match der Schwedinnen gegen vier andere Teams anzusehen. Das gewinnen sie zwar nicht, sorgen aber auch hier für gute Stimmung und dürften damit ihre Fannähe eindrucksvoll unter Beweis gestellt haben.

Konzerte von DIRKSCHNEIDER sind ein Selbstgänger. Die Fans kennen jeden Song, und die alten Accept-Klassiker mit der Originalstimme von Udo zu hören ist eben doch etwas anderes. Ich hatte sogar ein bisschen Hoffnung auf die Livepremiere von Dirkschneider & The Old Gang aber das wäre vielleicht doch etwas zu viel des Guten gewesen.
So spielt sich die Band souverän durch das bekannte Repertoire und Udo hat noch Zeit für ein Späßchen, wenn er seinen Sohn an den Drums fragt, von welchem Album denn dieser oder jener Song stammt, das könne man sich doch unmöglich alles merken.
„Princess Of The Dawn“ wird dann bis uns unendliche verlängert, was die Fans aber gerne annehmen und den Refrain in Dauerschleife singen.
Auch wenn die Stimme nicht mehr ganz die Kraft von früher hat, der Stimmung tut das keinen Abbruch und so ist DIRKSCHNEIDER ganz klar eines der Highlights des Wochenendes.

Das BLIND GUARDIAN diese Stimmung nicht ganz halten können, liegt auf der Hand. Dazu ist die Musik etwas zu sperrig und so bringt es mein Kollege auf den Punkt: „Wir gehen erst, wenn sie „The Bard's Song“ gespielt haben“. Das tun sie dann natürlich auch und ganz ehrlich, ich habe schon viele Versionen gehört aber was das Zelt hier abliefert ist schon ganz großes Kino und kann auch von HANSI KÜRSCH mit einem staunenden „FAMOS“ nur unzulänglich beschrieben werden. Als hätte man das gesamte Wochenende nur auf diesen einen Song gewartet, kommt HANSI nicht einmal dazu, die erste Strophe zu singen. Hier trifft das Wort ausgehungert wohl am besten auf das Publikum zu und auch wenn hinterher noch „Valhalla“ und „Mirror Mirror“ kommen, das war der absolute Höhepunkt des Festivals und ein absoluter Gänsehautmoment.

Fazit: Das Wochenende hat wohl allen Beteiligten wirklich gutgetan. Freunde und alte Bekannte treffen, Bands vor einem großen Publikum sehen und einfach mal wieder richtig Spaß haben. Dafür gebührt dem Team des Metal Hammer Paradise großer Dank.
Und was soll ich sagen, ich habe mit einem Grundsatz gebrochen und zum ersten Mal ein Festival gebucht, ohne auch nur eine einzige Band des nächsten Billings zu kennen. Wir sehen uns also im nächsten Jahr am Weissenhäuser Strand.

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