ELDERWIND - Kassel


Konzert vom 12.02.2026
Special Guests: ELDAMAR + CAN BARDD

Homepage:
ELDERWIND
CAN BARDD
ELDAMAR

Stilrichtung(en): Atmosphärischer Epic/Dark/Pagan/Ambient/Folk Black Metal

Drei epische Düsterheimer Metal-Bands aus dem härteren Gangart-Sektor, geben sich in Kassel die Ehre... - das verspricht wieder spannend werden... entsprechend zieht es mich an diesem Abend noch vor der Albumpremiere von Kassels ältester Metalband in die seit kurzem durch fleißigen Einsatz ihren Fans gerettete (!) Szene-Location Goldgrube Kassel.

ELDAMAR
starten überpünktlich sogar schon vor 20:00 Uhr extrem bombast-episch in den Abend. Obwohl es kein Zugproblem gab, ist die Goldgrube beim Norwegischen Atmospheric Ambient Black Metal-Kommando als Supportact brechend mit Leuten gefüllt. Ein Platz an der Theke genügt erstmal. So wie ich von Bekannten erfahre, ist die Tour vielerorts ausverkauft, wohl ebenso in der Goldgrube: Normal erscheint es schließlich nicht, das ein Kleinkonzert dieser Art an einem Donnerstag Abend (!) während der Woche ausverkauft ist. Dementsprechend gibt es zunächst kaum ein Durchkommen. Selbst Fotos zu machen fällt schwer, gerade wenn selbst überall an den Säulen 2-m Türme stehen, über die das Fotoobjektiv schlecht hinwegkommt...

Unabhängig dessen liefern ELDAMAR von denen ich ganz ehrlich zugestanden überhaupt kein Stück kenne, einen tollen ungemein Episch, ungeheuer feinsinnig mystisch sowie rasanten Auftritt, der gut angenommen zurecht mit kräftigem Applaus bedacht wird. Im Rahmen einer intensiven Performance brennen die Leuchtfeuer von Mittelerde umso intensiver. Tolkien's Herr der Ringe dient der Band als Inspirationsquelle, was auch mich sofort fesselt. Eine derart intensiv unter die Haut gehende von betörendem Frauengesang und harrschem Gekeif vorgetragene Mischung zwischen Natur, Heidentum, Fantasy und Existenzialismus (der Mensch existiert zuerst und definiert sich durch seine Handlungen und Entscheidungen selbst), solcher Form höchst selten. Raukehlig heißerer Gesang, brachiale Gitarren, rasende Drums und verträumte Synthieklänge schaffen ihre heroisch-mystisch hoffnungsvoll bis düstere Klang-Landschaftspanoramen. Zeitweise driftet der Gedankenfokus querverweisend in DIMMU BORGIR's Stormblast/Darkness enthroned Triumphant-Phase), aber dies ist nur ein Detail von vielen. Anhängerschaft zwischen CALADAN BROOD, LUSTRE, SUMMONING und WINDIR bekommt heroisch majestätisch exzessiv die Ohren frei gewaschen. Gelungener Aufakt, der sogleich das richtige Stimmungslevel erzeugt(e).

CAN BARDD


haben bereits auf der am 30. März 2025 in der Goldgrube Kassel absolvierten Tour mit MORGARDEN und SAOR bleibenden Eindruck hinterlassen. Ich genieße wie zahlreiche Metaldheads unterschiedlichster Coleur jede noch so kleinste Silbe dieses phantastischen mit Kuhglocken wortwörtlich eingeläuteten Auftritts der Schweizer Epic Atmospheric Folk Metal Keltenbarden um Malo Civelli. Der Name CAN BARDD ist walisischen Ursprungs, bedeutet übersetzt soviel wie „Das Lied Des Barden“ oder „Poesie des Barden“. Keltische Kultur, Musik und Folklore bilden das Grundgerüst. Naturbezogenheit und Persönliche Gefühlswelten greifen ineinander. Mit jedem einzelnen Stück gelingt es CAN BARDD, den vorherigen Stimmungspegel schrittweise steigernd, an zu heben. Es ist ein Genuß, diesem Hammerauftritt beizuwohnen. Spirit dunkel heroischer Mystik und Magie keltischer Legenden einschließlich Geigen- und Harfenklängen durchsetzt von harrschen Geschwindigkeitsausbrüchen und kraftvollen Midtempogroovepassagen bildet das Grundgerüst einer alle Bestandteile bestens dosierend überragenden Show, von zauberhaft betörenden Klangteppichen ausgefüllten Darbietung, die ihr Publikum ausnahmslos in Ecstase versetzend mitzieht. - Ein irgendwo zwischen ELDERWIND, GALLOWBRAID, THE FLIGHT OF SLEIPNIR und SAOR liegendes Fanklientel kommt in den Genuss tiefensphärischer Klanguniversen, deren Horizonte den Normalrahmen komplett übersteigen. Als CAN BARDD nach etwa 60 Minuten aufhören, hallt noch lange das Outro nach, man ist zu denken geneigt... kommt da noch etwas? Nein, aber was bei der Vorstellung kam, war erste Sahne! Musik, die Geist, Herz und Seele berührt. - CAN BARDD sind immer einen Besuch wert.

Randnotizen:
Alle drei Bands haben spezielle Anhängerschaft, deren Präsenz sich im Ambiente bemerkbar macht. Nach dem CAN BARDD-Aufrtitt herrscht einiger Andrang am neben der Theke platzierten Merchstand. Shirts, Patches und Tonträger wandern über den Verkaufstresen. Auch bei ELDAMAR und ELDERWIND herrscht Andrang am Verkaufsstand im Eingangsbereich der Goldgrube. Licht und Sound sind prima eingestellt.

ELDERWIND
Die zweite mit Vorsilbe 'Eld' beginnende Band benötigt trotz Headlinerstatus keine allzu lange Umbaupausenzeit, legt pünktlich um 22:00 Uhr los. Seit 2009 gegründet, stehen ELDERWIND für einen sehr unorthodox gehaltenen Sound von Tremolo-Gitarren, für das Erzielen besonderer Klangeffekte, Ambient Keyboards, langsamen Perkussionsinstrumenten, Klavierklängen und variabler Naturgeräusche.

Zwar ist es bei der russischen Atmospheric Black/Dark Ambient Nature Metal-Garde längst nicht mehr ganz so voll wie zu Beginn in der Goldgrube weil ein Teil der Leute berufsbedingt früher den Heimweg antreten muss, dennoch liefern ELDERWIND einen überaus heftigen sowohl episch wie zeitweise satt in den Arsch tretenden Gig, den sie bis zum Schluß durchziehen. Der in markanter Robe auftretende ebenfalls in anderen Stilbereichen harter Gangart aktive Sänger (Hardcore, Goregrind, Black-, Death Metal-, Doom Metal usw.) versucht das Publikum per Faustrecken und Gestik zu animieren, was auch zu späterer Stunde prima gelingt.

Feierliche Momentaufnahmen treffen Schauer-Atmosphäre. Majestätisch ruhige Spirit der Natur entdeckende Klangvielfalt menschlicher Seelenemotionen ergründen Sphären, erzeugen Verbindungen zur Göttlichen Welt. Viel Applaus für einen mehr als respektablen Auftritt muss auch der mystischen Düsterheimer Combo aus Russland genauer Yekaterinburg Sverdlowsk Oblast für deren packende Performance gezeugt werden, die sich kräftigen Beifall redlich verdient hat. Starker Auftritt und passender Abgang eines prickelnden Abends.

Fazit: CAN BARDD waren (aus meiner Sicht) Tagessieger dieses lohnenswerten 3er-Packages gefolgt von ELDAMAR und ELDERWIND, beide lagen direkt auf Augenhöhe, letztere hatten allerdings den Nachteil das sich die Reihen zwischen durch lichteten, was ihrem Auftritt jedoch kein Gramm an Härte, verbunden mit Atmosphäre und Schärfte nahm. Alle drei Bands boten ansehnliche Gigs. Dieses Mal habe ich bewusst Songtitel weggelassen, weil schon allein Musikalischer Gehalt, Lyrics und Intensität der Auftritte für sich sprachen. Ein dickes Danke an Markus 'Moshpit' (Maifeld), das freundliche jederzeit entgegen kommende Thekenteam, den Verein Punkrock Kollektiv e. V., Busdriver Frank an der Eingangskasse, ebenso an alle drei Bands und die bei solch einem Spektakel zu beschallenden Fans. Lukrativen Epic Dark/Ambient Folk/Pagan-Black Metal Dreierbillings haben für mich stets ihren Reiz. Nach spannender Abfahrt steigt die Spannung auf's nächste Package, vielleicht wenn's passt im kommenden Jahr bitte wieder mit CAN BARDD (!) Augenzwinkern*

Fotos und Bericht: Michael 'The Raven' Toscher

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