ROCK HARD FESTIVAL 2026 - Gelsenkirchen

Festival vom 22.05. - 24.05.2026
mit SAXON, ARMORED SAINT, DARK TRANQUILITY
PARADISE LOST, ANGEL WITCH, HIRAX, WYTCH HAZEL u. v. m.
Homepage:
ROCK HARD FESTIVAL
Allerbestes Sommerwetter lautete die Prognose für das Rock Hard Festival womit die schwermetallische Open Air-Saison beginnen konnte. Etwa 7.000 Fans feierten am Pfingstwochende vom 22.05. - 24.05.2026 kräftig drei Tage ihre sich in bunt gemischtem Bandbilling zeigende Lieblingsmusik, um wirklich mal richtig den Kopf frei von aktueller Weltsituation, Krisenstimmung, Alltagsproblemen, Stress, Terminüberladung, und Infocrash zu bekommen. Und es hat sehr wohl getan. Hier nun der lange ROCK HARD-Festivalbericht und vorab ein Zitat vom Veranstalter.
Folgende Worte hat ROCK HARD-Chef Holger Stratmann bezüglich Festival-Organisation gebraucht: „Wir hatten großes Glück mit dem Wetter und haben unsere Kampagnen auf die letzten vierzehn Tage konzentriert, um noch möglichst viele Besucher für unser familiäres Festival zu mobilisieren. Das hat fantastisch geklappt! Vielen Dank an unsere treue Community und alle Helfer, die trotz der Baustellen am Amphitheater einen reibungslosen Ablauf gewährleistet haben.“
Ein weiteres ROCK HARD-Festival stand an, da hieß es erneut nichts wie hin, auf nach Gelsenkirchen! Es bleibt nur zu hoffen, dass dieser feine Event am Rhein-Herne-Kanal im Amphietheater Gelsenkirchen zukünftig weiterhin stattfindet, von meiner Seite aus bleibt zu hoffen, dass eine für Veranstalter und Gartenmesse gleichermaßen zufrieden stellende Lösung gefunden wird. Für Campierendes Volk war das recht zahlreiche Fehlen erforderlicher Platzflächen schlichtweg ärgerlich, weil erstmalig mit einer liebgewonnen Tradition gebrochen wurde, was jedoch nicht dem Veranstalter anzulasten ist, sondern auf die vorzunehmenden Bauarbeiten zurückgeführt werden muss. Umgegrabene Flächen signalisieren deutlich ein sich veränderndes Bild vom Gelände. Vom Wetterdienst war bestes Festival-Wetter angekündigt. Da durfte sich meinereiner wirklich auf etwas gefasst machen (!) vor allem betreffs der Samstagtemparaturen wo 30° Sonne angekündigt waren, dem zufolge sollte sich der Griff zur Sonnencreme als goldrichtig erweisen.
ROCK HARD-Festival-Freitag 22.05.2026
Drei Nachwuchsbands bekommen mittels Bandcontest die Möglichkeit ihr Können auf größerer Bühne zu zeigen. Lockerer Stimmung auf's Gelände kommend, lasse ich mich zunächst überraschen.
NECKBREAKKER
sind die erste Band, mit der am Freitag ins Festival gestartet wird. Zunächst gab es einen Bandcontest, ehe das eigentliche Festival dann so richtig startet. 
Ohne Erwartungen reingehend, bietet sich bei diesem 2020 gegründeten Eigengewächs Namens NECKBREAKKER folgender Eindruck: Diese zu fünft auftretende Dänencrew röhrt eine akkurate Mischung auf oft pfeilschnellem Death Metal, Thrash, Hardcore, Groove Metal ins Rund, sorgt trotz erheblicher Lücken mit ihrem agilen zwischen Growls und Shouts varrierenden Frontsänger auf dem Platz für kleinere Pits, was bei solchen Lärmkommandos ausschließlich Sinn und Zweck der Sache ist, ein Teil der Anwesenden Festivalbesucherschaft weiß mit der kruden Mischung tatsächlich etwas anzufangen, feiert den Gig des auf ungewohnt großer Bühne sichtlich genießenden bis zum Schluß alles gebenden Dänenfünfers ab. Nüchtern betrachtet, kein schlechter Auftakt, zum Wachwerden hat's gereicht.
ANGEL WITCH
dürfen gegen 18:15 zu früher Abendzeit ran. Die gestandene NWOBHM-Legende ANGEL WITCH lässt sich nicht lange lumpen. ANGEL WITCH legen einen sauberen richtig überzeugenden Gig auf die Bretter, verfügen von allen Acts am Freitag über den druckvollsten sprich härtesten Gitarrensound. Manche Leute kommen tatsächlich auf das Schmale Brett, die Band wäre nicht groß genug... Hallo? Echte NWOBHM-Kapellen (davon zahlreiche) mit Ausnahme der großen NWOBHM-Zugpferde IRON MAIDEN, SAXON oder DEF LEPPARD waren schon damals im Underground sehr speziell so ziemlich jede Band hat(te) ihren individuellen sie von anderen Bands unterscheidenden Sound einhergehend mit zugehörigem Stil. Betreffs ANGEL WITCH verhält es sich keinen Deut anders!
Am auf NWOBHM-Elixier fixierten Publikum geht das nicht vorbei, ganz im Gegenteil. Bandchef Kevin Heybourne präsentiert sich Gitarrentechnisch wie gesanglich in toller Form, soliert als wäre der Leibhaftige hinter ihm her, bringt zusammen mitsamt Crew ein starkes Brett auf die Bühne am Rhein-Herne Kanal. „Confused“ knallt im fetten Stakkatobeat, „Sorceress“ bringt Epische Stimmung, ein schwermütig schleppend düster-doomig rumpelndes „Dead Sea Scrolls“, das flotte „White Witch“, „Angel of Death“ und die in extralanger Version gebrachte Bandsignatur-hymne „Angel Witch“ deren Spirit bei keinem ANGEL WITCH-Konzert fehlen darf, hinterlassen kräftig Eindruck im Ambiente. Laune auf's Festival ist geweckt. Die vier Herrschaften Heybourne/Palmer/Martin/Jansson haben gezeigt, das sie es noch immer auf jedem Festival können, keineswegs auf nur einen bestimmten Track reduzierbar sind obwohl einige das immer noch nicht geschnallt haben (Träumt weiter..!) und als Anheizerband vor den großen Topacts auf erlesenen Festivals wie dem ROCK HARD effektiv ins Billing hineinpassen.
CORONER
Neben CELTIC FROST bildeten CORONER bereits in den 80ern das Rückrat der Schweizer Metalszene betreffs der härteren Gangart. CORONER überzeugen mit ihrem komplexen Progressive Thrash, haben ihre Fans und überzeugen wie schon 2018 (immerhin acht Jahre liegt das nun bereits zurück!) auf dem Festival, da bleibt ein Moshpit logischerweise nicht aus, zumal Thrashbands im Vergleich zu den Jahren davor bezogen auf's Gesamtbilling rar gesät sind. Umso mehr feiert das tobende Fanvolk CORONER, deren anspruchsvoller Progressive Thrash Spuren hinterlässt. Das Trio bestehend aus Frontmann Ronald Broder (aka Ron Royce) Tommy T. Baron (auch bekannt unter seinem Namen Thomas Vetterli) und Schlagzeuger Diego Rappacchietti, macht keine Gefangenen ein kräftig rotierender PIT wo es zeitweise ruppig zur Sache geht und Crowdsurfen zeigen, dass CORONER ihr bunt gemischtes wie ein vierter Mann hinter ihnen stehendes Festivalpublikum haben. Bassist Ronald Broder dessen Ansagen in bester Laune rüberkommen und seine beiden Mitsteiter verspüht Lust auf's Festival die sich auf das zahlreich CORONER Aufwartung machende Fanklientel überträgt.
Ungeachtet der Tatsache, dass „Dissonance Theorie“ im vergangenen Jahr 2025 zahlreiche Topkritiken seitens der Metal-Presse bekam, sogar den Soundcheck im Deaf Forever - Ausgabe 67 (06/25) – gewann (!), gibt das auf Nummer sicher gehende Trio über weite Strecken älteren Songmaterial den Vorzug. Den Opener „Sacrificial Lamb“, „Symmetrie“ und „Renewal“ vom 'Dissonance Theorie-Langdreher ausgenommen, wird zur Freude der in Gelsenkirchen anwesenden Die Hard-Fans knietief in die Bandklassiker-Kiste gegriffen. Schwerpunkt bildet Songmaterial vom vierten 1991 veröffentlichten 'Mental Vortex'-Studioalbum, „Divine Step“ (Conspectu Mortis), „Semtex Revolution“ und Metamorphosis“ belegen eindrucksvoll weshalb CORONER so sehr von ihren Fans geschätzt werden. Exakter als ein Schweizer Uhrwerk sind komplexe Bassläufe, kantige Breaks und technische Versiertheit nicht miteinander in Einklang zu bringen.„Masked Jackal“ und ein derb geschmettertes „Die By My Hand“ lassen keinen Zweifel aufkommen. CORONER sind nach wie vor in der Thrash-Szene angesagt. Die Schweizer bleiben auf dem Prog-Thrash-Sektor eine sichere Konstante mit der zu rechnen ist, das haben sie in Gelsenkirchen eindrucksvoll bestätigt.
Mit vorliegender Setlist brachten CORONER das Ambiente außer Rand und Band:
1. Consequence
2. Sacrificial Lamb
3. Divine Step (Conspectu Mortis)
4. Serpent Moves
5. Masked Jackal
6. Symmetry
7. Semtex Revolution
8. Metamorphosis
9. Grin (Nails Hurt)
10. Renewal
11. Die by My Hand
ARMORED SAINT
Dass an der Weisheit – das beste hebt man sich für den Schluß auf, etwas dran ist, beweisen ARMORED SAINT. Es ist immer eine Freude den Sandoval-Brüdern und John Bush Aufwartung zu machen. ARMORED SAINT legen vom Start weg eine richtig heiße Bühnenperformance hin. Waren CORONER wirklich keineswegs schlecht, packen ARMORED SAINT da locker noch ne Schippe drauf.

John Bush lässt es sich nicht nehmen, von der Bühne zu steigen, das Publikum direkt einzubeziehen, womit der Sympathiepunkt des Tages an den quirligen wie charismatischen zumal äußerst sympathischen ARMORED SAINT-Frontmann geht. Zwischendurch nimmt John Bush die Hand ans Ohr haltend eine Stichprobe der Publikumsresonanzen die bei ARMORED SAINT phantastisch ausfallen. ARMORED SAINT sind eine Bank in Sachen kraftvoller US-Metal. Wo holt der sich fit wie ein Turnschuh präsentierend 62jährige immer noch soviel gewaltiges Stimmbandvolumen verbunden mit solch imposantem Charisma her? Über die Qualitäten der serinweise Weltklasse Riffs und Soli aus dem Ärmel schüttelnden Gitarrenfraktion Phil Sandovall/Jeff Duncan bedarf es keiner vielen Worte, da knistert die Luft, wenn diese Griffbrettvirtuosen am Rffen und solieren sind. 
Ein restlos ausklinkendes Publikum, voll abgefeierter traditional US-Metal-Spirit auf packendem Stimmungslevel mit einem überragenden John Bush... stehen für den gewaltigen Stellenwert der gepanzerten Heiligen in der Härtnerszene – auch die Rhythmussektion in Person von Gonzo Sandoval am Schlagzeug und Joey Vera am Langholz liefert bombensichere Arbeit auf Topqualitätslevel. Vor begeisterter Fankulisse kommen Stücke der Sorte „End of the Attention Span“ und „Win Hands Down“ extrem kraftvoll groovend.
„Last Train Home“ wird unser Motto, für die Zugverbindungen auch dieser spätere Klassiker dringt in die Herzen des lautstark mitsingenden Publikums vor, gekrönt von überragenden Hymnenhämmern „March Of The Saint“ und „Reign of Fire“, bringen das Amphietheater zum Gären... da brennt beinahe wortwörtlich die Luft! Am Ende nach prächtiger Vorstellung habe ich ständig nur noch den Ohrwurm... ohhohohoh,.... „March of The Saint“ im Ohr, fühle mich auf dem Rückweg zur Bahn auf Flügeln getragen... Ohohho... March of the Saint (uupsi, schon wieder!)
Fazit: ANGEL WITCH in toller Verfassung, CORONER technisch versiert auf starkem Level mit vielen älteren Songs, ARMORED SAINT sorgen schließlich in überragender Form für das ultimative Tageshighlight – hervorragender Ausklang eines gelungenen Festival-Freitags, Metaller des Tages: John Bush, der vom Bühnenplateau herabsteigt, sich mitten in die Fanmasse stellt und singt. Hut ab!
Folgende Setlist präsentierten ARMORED SAINT im Amphietheater:
1. Close to the Bone
2. March of the Saint
3. Dropping Like Flies
4. End of the Attention Span
5. Human Vulture
6. Last Train Home
7. Win Hands Down
8. Hit a Moonshot
9. Creepy Feelings
10. Aftermath
11. Left Hook From Right Field
12. Can U Deliver
13. Reign of Fire
14. Mad House
ROCK HARD Festival-Samstag, 23.05.2026
30° Sonne sind ganz ehrlich gesagt nicht mein Ding, da heißt es zur Sicherheit vor Betreten des Festivalgeländes am Nordsternpark gleich mal Sonnencreme auftragen, um passend vorbereitet den hochkarätig mit ausgefallenen Bands besetzten Samstag anzutreten, von dessen Programm es nach Möglichkeit alle mitzunehmen gilt. Um zeitig dort zu sein gilt es sich zu sputen. Bei sengender Mittagshitze um 12.00 Uhr steht schon der Opening Act auf den Brettern.
Randnotizen
Pit Unicorn (deutsch: Einhorn) und Obelix - Maskottchen für das Pit-Unicorn Security Team bieten einen optischen Hingucker zum Schmunzeln. Fürs leibliche Wohl ist bestens gesorgt, das Angebot diverser Speisen reicht von American Diner, Crépes, Currywurst, Gemüse, bis hin zu Asian-Food. Zahlreiche Verkaufsstände halten wieder ein vielseitiges Warensortiment für Metaller-Kundschaft bereit. Im Radio-Bob-Zelt gibt’s etwas zu gewinnen. Neben Flaschenöffnern, Schlüsselanhängern und Radio-Bob-Ente, locken sogar T-Shirts mit Sprüchen bekannter Rock/Metalmusiker-Koryphäen dabei. Wer am am Glücksrad nix gewinnend leer ausgeht, bekommt standesgemäß die A.-Karte. Das Wetter bleibt an allen drei Tagen konstant stabil, am harten Samstag sind die Hitzegrade gegen über Freitag und Sonntag weniger verträglich. Immerhin schaffe ich es recht zeitnah zum Auftritt der ersten Band ins Rund.
THE GREAT SEA
Auf diese Band bin ich schon sehr gespannt, sogleich zieht es mich nach unten ins Rund. Keine Ahnung, was kommt, irgendetwas mit sphärischem Black Metal wurde mir gesagt... mal schauen... Sphärisch wird’s auf jeden Fall, - umso besser, wenn's zeitweise schwarz angehaucht doomt! Das tun THE GREAT SEA in der Tat, Irgendwie fesselt die Verkettung zwischen Death Metal, Atmosphäric Doom und Black Metallischem Überzug sehr. Naturbelassen Atmosphärischer Black Metal vereinigt sich mit Death Metalanteilen, Post Metal-Influenza und ebenso düster Doom-Pathos. Das Ambiente ist ordentlich aber nicht überdeutlich gefüllt. Dabei wird umso deutlicher: THE GREAT SEA sind für ein ziemlich spezielles Fanklientel jedoch keineswegs die breite Masse der Otto-Normalmetallerschaft gedacht. 
Ganz frühe PRIMORDIAL treffen SECRETS OF THE MOON sowie ganz frühe schneidend scharfe DIMMU BORGIR wäre hier das erste, was dem rezensierenden Individuum bei diesem Liveautritt der dunkeldüster heroisch-episch, dunkelmystisch, voluminös heavy und aggressiv zu Werke gehenden Band in den Sinn kommt. Die gebotenen Songs vom THE GREAT SEA-Debüt 'Noble Art of Desolation' knallen deftig. Gitarrist Stefan Hackländer kündigt das letzte Stück mit den Worten an: „Wir wollen ja eigentlich in Ruhe gelassen werden, aber für euch auf dem RockHard-Festival - ihr seid wie eine Familie - spielen wir noch den schnellsten Song...“ der heißt „Walking At the Edge of Death“ und hämmert am Schluß nochmal richtig fett auf's Geweih, danach ist der Auftritt schon vorbei.
Am Ende bleibt die Erkenntnis: Richtige Entscheidung, diese Band war es wert, live on Stage mitgenommen zu werden damit haben sie einen weiteren Fan mehr!
WYTCH HAZEL
präsentieren sich vom Start weg in glänzender Verfassung. Mitsingspielchen werden erfolgreich durchgeführt, die Fans gehen bereits zu sengender Hitze am Nachmittag auf den Folk-Metalvierer steil. Phantastisch fesselnd abenteuerliche Folk-Metal-Geschichten der spielfreudigen Gold Weiß Gewandeten-Engländer vom Prägesiegel „I Am Redeemed“, „Still We fight“, „Dry Bones“, „Archangel“, „The Citadel“, „Run The Race“, „Elements“, „Spirits and Fire“ und „Healing Power“ werden mit Faustrecken, kräftig mitgesungenen Refrains, Headbangen. 
Singalongs und zahlreich erhobenen Händen quittiert. Drummer Aaron Hay gibt mit sicherem Händchen die Drumsticks schwingend sauber den Takt vor. Bassist Andy Shackleton und Leadgitarrist Alex Haslam posen recht häufig haben Freude am Auftritt und singen stellenweise ihren Hauptsänger unterstützend mit, die Minen der Musiker sprechen Bände. Bandleader Colin Hendra höchst erfreut über die Reaktionen eines textsicheren wie phantastisch mitgehenden Publikums, dirigiert seine Nebenleute und hat das ihm aus der Hand fressende Publikum sicher im Griff. Die erlesene Bandklassikerauswahl bringt zahlreiche Fans im Ambiete bei Hitzetemparaturen bis ca. 30° zum Toben! Laute Zugabeforderungen eines restlos begeisterten Publikums sprechen Bände. WYTCH HAZEL gehören wie der Ihnen entgegenschlagend heftig donnernd über den Rhein-Herne-Kanal-hallende Applaus einwandfrei bestätigt, zu den Tagessiegern des langen ROCK HARD-FESTIVAL Samstags. - Was für ein packender Auftritt des sympathischen Inselvierers!
AMBUSH
servieren die volle Ladung Traditional-Heavy Metal, gerade Anhängerschaft zwischen ACCEPT, DIO, IRON MAIDEN, JUDAS PRIEST und SAXON bekommt feuchte Tränen in die Augen! Frontsänger Oskar Jacobsson post häufig mit der in spielfreudiger Laune quirliges Stageacting inklusive Headbanging und Posender Gitarrenfraktion um die Wette, singt teils in äußere Hochtonlagen vordringend die Lunge heißer. Nach den englischen Folkmetallern räumt der Schwedenfünfer bei druckvoll fett eingestellter Lautstärke voll ab. 
Dafür sorgt auch Drummer Linus Fritzson der seine Vordermannschaft mit kraftvollem Punch zu Höchstleistungen treibt. An superben Growern und Faustreckern die gleich beim ersten Takt Riesenstimmung kräftig Headbangeralarm entfesseln mangelt es der Schwedenstahlcrew sowieso nicht. Die Truppe aus Växjö brennt in gewohnter Weise ihr Hitfeuerwerk ab: „Evil In All Dimensions“, „Possessed By Evil“, „Hellbiter“, „Firestorm“, „Desecrator“ schlagen erwartungsgemäß wie Bombe im Amphietheater ein, weshalb es nicht weiter tragisch erscheint, das AMBUSH schon früh als dritte Band auf die Bühne müssen. Der Qualität ihrer energiegeladenen Performance nimmt es nicht das Geringste, handwerklich sind AMBUSH sowieso over the top. Zum Ende einer gelungenen Vorstellung lassen „Natural Born Killers“ und „Don't Shoot“ (Let Em Burn) die rasante Session ausklingen. Zugaberufe der Fans können aufgrund begrenzten Zeitlimits nicht mehr erfüllt werden. AMBUSH rockten das Amphietheater nach allen Regeln der Kunst in Grund und Boden!
HIRAX
lassen dann mal gar nichts mehr stehen...Die Amis angeführt von ihrem einzig wahren Sänger dem mittlerweile 62 jährigen Katon W. De Pena feuern aus allen Rohren. Die Harrison-Brüder Steve (Gitarre) und Lance (Bass) geben heftig viel Gas – HIRAX legen mit vollgepackter Setlist (15 Stück an der Zahl!) eine das Publikum von 0 auf 100 bei jedem Stück zum Durchdrehen bringend wahnsinnig energiegeladene Bühnenshow auf die Bretter, was nicht zuletzt ihrem Frontmann geschuldet ist. Die Pit Unicorns ein jederzeit bewährtes Security-Team haben im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände voll zu tun, Serienweise Crowdsurfer abzufangen und sicher zu Boden zu bringen. Katon W. De Pena ist nicht nur allseits beliebter Festivalgast auf dem RockHard, sondern auch als HIRAX-Frontmann eine Wucht, der quirlige Kerl präsentiert sich bei jedem HIRAX Livegig als Rampensau, wie sie im Buche steht, versprüht immens viel Energie auf den Brettern. HIRAX-Speed/Thrashfeger der Schiene „Hellion Rising“, „Blind Faith“, „Black Smoke“, „Lightning Thunder“, „Hate, Fear and Power“ und Vigilante schlagen voll im Rund ein, Moshpit inklusive Crowdsurfendes Volk gehören selbstverständlich dazu, wäre schon seltsam wenn nicht... gerade bei solch einem Abrisskommando wie HIRAX!

Im Rahmen des Zugabeparts komm eine Besonderheit zumindest bei der zweiten. Zuerst gibt „El Diabolo Negro“ nochmal kompromisslos brutal auf die Glocke.
Zum letzten Thrashkiller „Bombs of Death“ wird Ex-SODOM-Gitarrist Andy Brings als geladener Special Guest von der Band HIRAX auf die Bretter gebeten. Katon erwähnt per Ansage, dass sich ein Traum für ihn erfüllt – Beleg dafür: Derart intensiv soziokulturell verbindend kann Metal sein – daran zeigt sich wiederholt: Es ist scheißegal, woher aus welchem Land Du kommst, - Gemeinschaftsgefühl zählt! Der Zusammenhalt zeichnet uns Metaller- und rinnen aus – Dieser fulminante Auftritt hat's deutlich gezeigt. HIRAX brachten die Stimmung vollauf zum Kochen!
HÄLLAS
Auf den heftig derben keine Gefangenen machenden Totalabriss in Sachen Speed/Thrash folgen HÄLLAS um das paradoxe Kontrastprogramm zu bringen. Nach vorheriger Abfahrt heißt es damit runter kommen vier Gänge zurückschalten. Atmosphärischer Fantasy/Sci-Fi-Hard Rock regiert das Geschehen, obgelich Sonne unbarmherzig knallt, schaffen es die Finnen ihren Stil imposant rüber zu bringen. Im Regelfall die Fünf Minuten-Grenze überschreitende Sci-Fi-Fantasy-Geschichten in bemerkenswerter Hymnenform fesseln das Publikum. 
Derartige Soundcollagen entfalten effektiver ihre Wirkung zur Dämmerstunde, ungeachtet dessen verfehlen großartige EpicHymnen raumgreifenden Formats der Sorte „The Emissary“, „Face Of an Angel“, „Carry On“, „Fading Hero“, „The Astral Seer“, „Star Rider“ und „Hällas“ ihre Wirkung nicht. Je länger HÄLLAS auf den Brettern stehen, desto intensiv fesselnder werden sie. Danach hallt autstarker Applaus durchs Ambiente, das Publikum hätte sehr gern mehr gehabt, währenddessen der nichts mit HÄLLAS anzufangen wissende Besucherteil hinterher froh ist als die Session zu Ende geht. Aus meiner Sicht überzeugten HÄLLAS ungemein, was zahlreiche Besucherschaft ähnlich sah. Hmmm... schon ziemlich ausgefallen... - jedesmal auf's Neue fesselnd!
SLIME
sorgen für ein Erlebnis besonderer Art. Dass es so gut im Rund gefüllt ist, erklärt sich nahezu von selbst,.Die Hamburger Band ist mit ihren antifaschistischen Texten einschließlich Haltung wichtiger Bestandteil der deutschen Punkbewegung insbesondere der linken Szene und als Teil deren Geschichte nicht mehr wegzudenken. Seit 1979 aktiv mit einigen Umbesetzungen und mittlerweile amerikanischem Frontsänger haben die von anderen Punkbands (BROILERS, DRITTE WAHL, PÖBEL & GESOCKS u. v. m.) sowie von Metalbands der harten Gangart u. a. KREATOR, TOTENMOND, JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE) gecoverten Hamburger es immer noch drauf. Rockfans, Metaller, Alternative und Gothics vertreten, dem entsprechend hoch ist auch die Zahl im Amphietheater gesichteter Punks mit dem aus fünf Buchstaben bestehenden Bandschriftzug drauf, die sich diesen Auftritt ebenso wenig entgehen lassen wollen. Warum Bands wie SLIME wichtig für die Metal-Szene sind, zeigen sie ganz deutlich der Gesellschaft nach wie vor den Spiegel ihres beklagenswerten Handelns vor Augen haltend.
Rotzräudiger Straßenpunk meilenweit vom Radiokommerzpunk-Pop-Rock entfernt von beissend scharfer Attitüde flankiert beherrscht das Geschehen. Die Band spielt ohne viel Federlesens entfesselt auf, hat viel Dampf auf dem Kühler, ne Menge zu sagen und geht kompromisslos hartkantig reichlich Attitüde austeilend in die Vollen. So manch garstige Ansagen von Frontsänger müssen schlichtweg sein, um das gesundermaßen Arsch tretend räudige Straßenpunkfeeling zu untermauern.
Mit viel rebellischem Charme und Dreck verkursteter Attitüde finden aussagefähige Kracher wie„Armes Deutschland“, „Alle gegen Alle“,, „Evolution“, , „Monster“, „Linke Spießer“, „Störtebeker oder „Sein Wie Die“ kommen mit immens viel Druck auffe Wumme aus den Boxen, da steckt soviel Attitüde drin, der Set reisst das Publikum ausnahmslos mit, schnell bildet sich ein Pogo-Pit zu Thematiken, die im Bezug auf die Lage von heute aktueller denn je sind. Was nur bei OVERKILL erlaubt ist, darf bei SLIME auch nicht fehlen. „Weil f...t euch alle“ ist Aufforderung massiv die Mittelfinger in die Luft zu strecken als Protest gegen in der Gesellschaft grassierende Vorurteile. Mit „Religion“ kommt am Schluß die bekannteste lauthals aus zahlreicher Kehle im Amphietheater Gelsenkirchen mitgesungene Hymne, dann ist Schluß. Danach sind sich viele Konzertbesucher einig, das war ne mächtige Lektion in Sachen Straßenpunk, nein es war noch etwas ganz anderes nicht zu unterschätzendes: Ein Teil deutscher Punkgeschichte wurde am Samstag lebendig.
DARK TRANQUILITY
füllen das Ambiente gewaltig, so viele Besucher wie das Götheburg-Melodic Death Metal-Sechstett zieht fast keine andere Band ins Rund. Circle Pits und massig Crowdsurfer, fliegende Mähnen, geballte Fäuste, zeitweilig auch Tänze gehören dazu. Durch das Keyboard bekommt der Melodic Death Metal zeitgemäß angepasst modernen Touch. Was immer gebracht wird, findet gewaltigen Anklang bei der zahlreich erschienenen Fanmasse. Handwerkstechnisch ein starker Auftritt – DARK TRANQUILITY sind auf ihrem Sektor eine ganz hohe Nummer. Egal, welchen Song Frontsänger Mikael Stanne ankündigt, es löst Jubelarien aus. Von der Fankulisse gebührend abgefeiert, geht Auch das freundliche Security Team von Pit Unicorn in seiner Arbeit auf, es hat alle Hände voll zu tun. Songmaterial von acht Studioalben bekommt das Publikum serviert, die geneigte Anhängerschaft wird bestens bedient. DARK TRANQUILITY gehören zu den drei Tagessiegern.
So schön der Gig für's Fanklientel war, etwas hat gefehlt... die Zeiten der frühen stark im Death Metal-Underground behafteten DT-Alben sind endgültig vorbei.
Mit dieser Setlist belohnten DARK TRANQUILITY ihr zahlreiches Publikum:
1. The Wonders at Your Feet
2. Hours Passed in Exile
3. Unforgivable
4. Atoma
5. Nothing to No One
6. The Emptiness From Which I Fed
7. The New Build
8. Cathode Ray Sunshine
9. Terminus (Where Death Is Most Alive)
10. Not Nothing
11. Punish My Heaven
12. Lost to Apathy
13. Therein
14. Misery's Crown
PARADISE LOST 
legen einen superben Gig auf's Parkett, obschon Stageactingtechnisch immer noch Standfußball regiert, ist es vor allem der besonderen sich durch alle Studioalben der Bandhistorie ziehenden Setlist, beginnend bei „Serpent On the Cross“ über das von tiefen Orgelklängen eingeläutete „Embers Fire“ , „Gothic“, den vielleicht größten PARADISE LOST Hit „As I Die“, den flotten Grower „The Last Time“ bis hin zu „Pity The Sadness“, „Requiem“, „Once Solemn“, „Ghosts“ und „Silence Like The Grave“ als donnernden Schluakkord, womit alle Phasen dieses Metamophorischen Düsterheimer-Instutitution Berücksichtigung finden. 
Hinzu kommt ein der Musik von PARADISE LOST angemessen schwerer zeitweise tonnenschwer tief gestimmter Sound zumal nicht vergessen werden darf: Die Frühen PARADISE LOST-Alben waren schon sehr doomlastig. Live zelebrieren PARADISE LOST eine Menge Standfußball, musikalisch liefern die konzentriert zu Werke gehenden mit jedem Stück mehr aufblühenden Engländer im Amphietheater großes Kino!
PARADISE LOST präsentierten sich so fesselnd und stark wie lange nicht mehr, was mitunter an dieser feinen Setlist lag:
1.Serpent on the Cross
2. Tragic Idol
3. Embers Fire
4. Gothic
5. The Last Time
6. Faith Divides Us - Death Unites Us
7. As I Die
8. Salvation
9. Pity the Sadness
10. Tyrants Serenade
11. Requiem
12. Once Solemn
13. Say Just Words
14. No Celebration
15. Ghosts
16. Silence Like The Grave
Zurück bleibt der Eindruck des drückend heißen Samstags dessen Sieger WITCH HAZEL, AMBUSH, HIRAX, HÄLLAS,DARK TRANQUILITY (resonanztechnisch) und PARADISE LOST (mit großartiger Vorstellung bei vielfältiger Setlist) hießen.
ROCK HARD- Festival-Sonntag 24.05.2026
Zu den Gelsenkirchener Lokalpatrioten SMORRAH die für den Ruhrpott fast naheu selbstredend im Thrashsektor verankert sind, zieht es mich zunächst noch nicht auf's Gelände, was nicht der Band geschuldet ist, sondern darin begründet liegt, dass der heftige Festivalsamstag deutlich Spuren hinterlassen hat.
THE NEPTUNE POWER FEDERATION
Bunte Farbtupfer tun jedem Festival gut, so auch T. N. P. F. Die Australier werden ihren in sie gesetzten Erwartungen vollauf gerecht. Mit überragend quercher Darbietung ihrer biestig, kritisch und fragend ins Publikum blickend ihre Krone auf dem Haupt tragende Hohenpriesterin Screamin' Lotz Sutch rotzt, rockt, rollt sich der NEPTUNE POWER FEDERATION-Express durch den Set, gewürzt mit des öfteren immer ein kräftig Hintern tretendem Schuß Punk.Nach dem Intro haut „My Precious One“ gleich mal kräftig auf's Geweih. Lange Ansagen verkneifen sich T. N. P. F. Dafür ist die Zeit bei gerade mal knapp fünfzig Minuten ziemlich begrenzt, umso mehr müssen sie alles geben und es gelingt.
T. N. P. F. Haben sich bereits ihren festen Fankreis erspielt, dies kommt im zu früher Nachmittagszeit bestens gefüllten Amphietheater deutlich zum Tragen. Frontfrau 'Screaming Loz Sutch' lotet alle Stilistiken unverkennbarer Theatralik aus, spuckt erforderlichenfalls Gift und Galle. Der druckvoll rohe Gitarrensound trägt ebenso Anteil dazu bei, dass THE NEPTUNE POWER FEDERATION bei knallender Hitze am Frühnachmittag viele Hard Rock und Metalfans in die Location ziehen. Auffällige Optik geknüpft mit facettenreichem Gesang von Klarton bis aggressiver Stimmlage bestimmt das Auftreten der inbrünstig ihr Evangelium predigenden crazy T. N. P. F.-Hohenpriesterin, eine recht schräge Erscheinung in der Metal Szenem mit schriller Kostümierung sowie betörend hypnotischer Stimme. Im Laufe des Gigs bilden sich zu Krachern von Typ“I'll make a Man out of you“, „Mondo Tomorrow“ und „Rat Queen“ kleine Moshpits.
Wie passender lässt sich ein solcher Festival-Kurzauftritt abschließen, wenn dazu nicht kraftvoll aus den Verstärkern die ultimative Bang Your Head-Hymne „Metal Health“ dröhnt? Jubelnd von der Anhängerschaft gefeiert haben T. N. P. F. In der begrenzt zur Verfügung stehenden Spielzeit eine richtig fette Session hingelegt. Feiner Kurzauftritt des aktuell auf Tour befindlichen Neptun Power Federation-Kultes, dessen Visitenkarte gezeigt haben dürfte, zu was diese Combo fähig ist, wenn ihr ein späterer Slot inklusive längerer Spielzeit im Bandbilling gewährt wird? Was für ein Triumphzug der NEPTUNE POWER FEDERATION-Kirche.
NAILED TO OBSCURITY
nutzen die Gunst der Stunde ihr neues insgesamt viertes Studioalbum 'Generation of The Void' einem vielseitigen Publikum vorzustellen. Pralles Songmaterial - davon gibt’s beim Ostfriesenvierer definitiv reichlich in massiv gebündelter Form! Frontmann Raimund Ennega fixiert das Publikum regelrecht wie ein vom Wahnsinn besessener doch das ist Teil der Show, gehört zum Gig, um den Emotionen sowohl Klargesangmässig als auch Tiefendeathgrowlend freien Lauf zu lassen. 
Jan-Ole Lamberti und Volker Dieken lassen scharf ihre Äxte schreddern, gehen höchst konzentriert bei den Soli ans Werk. Lutz Neemann/Jann Hillrichs harmonieren als druckvolle Rhythumssektion. Beginnend bei „Glass Bleeding“ steigert sich der Set zunehmend was schleppend psychedelisch beginnt, steigert sich grandios, „Overcast“, „Generation of the Void“, „Spirit Corrosion“, „Deadening“, „Liquid Morning“ signaliseren wie sehr sich die zunehmend psychedelischer gewordene Band nach der Corona-Pandemie weiterentwickelnd mittlerweile zu ihrem eigenen Stil gefunden hat. Berauscht von der eigenen Leistung beendet der Friesenvierer eine emotional berauschend eindrucksvolle Vorstellung, die am Ende noch mit ihrem stärksten Track, dem knapp achtminütigen „Road To Pedition“ (vom starken 'Black Frost'-Album) ausklngend umrahmt von kräftigem Applaus gefeiert wird. - Ein sehr emotionaler Gig mit nachhallender Wirkung.
GUS G & RONNIE ROMERO
schenken ihr bunt gemischtes Sammelsurium 70er-80er Hard Rock/Heavy Metal-Klassikern aus. Da kommt viel Bewegung ins zahlreich anwesende Publikum. Bei soviel Klassikeralarm von 70er Helden wie BLACK SABBATH („Mob Rules“), RAINBOW („Kill the King“), DEEP PURPLE („Highway Star“) und OZZY OSBOURNE kann eigentlich nicht viel schiefgehen. Das Songmaterial findet Anklang beim Besucherklientel, es bringt viel ausgelassene Stimmung ins Rund.

Gus G. legt als Gitarrist hervorragende Qualitäten an den Tag, präsentiert enormes Können beim Solieren. Mr. Ronnie Romero so schätzenswert dessen gesangliche Qualitäten zumeist auch sind, gelangt so manchesmal spätestens wenn er in DIO-Sphären vordringen will an seine Grenzen. Der guten Stimmung tut's keinen Abbruch. Im Ambiente werden auf Teufel komm raus Köpfe geschüttelt, Fäuste gereckt,fliegende Langhaarmähnen rotieren, getanzt wird ebenfalls, feuchtfröhlich mitgröhlend Party gemacht mitunter auch der ein oder andere Tropfen Bier verschüttet... was soll's? So und nicht anders feiert sich's im Pott! Nach dem Gig sind viele Besucher geflasht, voller Begeisterung, wobei auch die Begleitband erwähnt werden muss, ohne deren Zutun das Ganze nicht funktionieren würde!
LUCIFER
kommen mit klarer Ansage auf die Bühne, dass sie ihre 300. Show spielen und das noch auf dem Rock Hard Festival! Der Psychedelisch okkulte Hard Rock/Heavy Metal im Retroformat der international besetzten Kapelle wirkt für einen Teil der Besucherschaft zunächst befremdlich. Knackige Ansagen auf Deutsch von Drummer Kevin Kuhn, der mit ATLANTEAN KODEX-Gitarristin Coralie Baier den deutschen Part bildet, sorgen für Auflockerung: "Habt Ihr Bock mitzusingen, der Text ist ganz einfach, wir sind im Fernsehen also unterstüzt uns mal ein bisschen!" Das kommt beim zunächst etwas verhalten wirkenden Publikum an. Frontfrau Johanna Platow singt mit klarer Stimme. Neben ihr wirkt Bassistin Claudia González Diáz mit ihren roten Haaren und Rickenbackerbass den sie sicher beherrscht schon recht auffällig. Zeitweise steuert sie auch Backingvocals zum Hauptgesang bei, selbiges gilt für Gitarrist Max Eriksson ( da Rosalie Cummingham fehlt - möglicherweise ist sie nicht mehr im Band Line Up) dessen Vocals den Hauptgesang zusätzlich unterstützen. Einflüsse von BLACK SABBATH, BLUE ÖYSTER CULT, COVEN oder auch THE DOORS kommen zum Vorschein. 
Sängerin Johanna Platow wirkt wie eine jüngere Ausgabe von COVEN-Hohenpriesterin Jinx Dawson an die sie schon das ein oder andere Mal ereinnert. Nach zunächst stockendem Beginn steigern sich LUCIFER trotz sengender Hitze die wie Frontsängerin Johanna Platow selbt nicht gut abkann, zunehmend, allmählich kommt der Gig in Schwung, flottere Rhythmnustempowechsel tragen ebenfalls dazu bei, was sich auf das Publikum überträgt. Der mystische Faktor beginnt zu wirken. 70er Classic Hard Vibes und Proto-Doom-Groove in Kombination zu feiner Melodieführung lassen Songperlen wo häufig wie "Crucifix (I Burn For You)", "Lucifer", "Slow Dance in a Crypt", "California Sun". Okkulteffekte wie ein durch Johanna demonstrativ hochgehaltener Kelch gehören dazu. "Bring Me His Head" und "Falling Angel" tauchen das Amphietheater nocheinmal in Okkultatmosphäre. Am Ende steht das Fazit einer überzeugenden Show mit anfangs ein wenig verhaltener Fankulisse, die sich im weiteren Verlauf besser wurde.
ULI JON ROTH (Virgin Killer-Special-Set)
im Prinzip nicht neu, dafür bewährte Pflichtlektüre immer überall auf excellentem Level, „Pictured Live“ und „Catch Your Train“ gehören zum Hitreigen goldener UJR-SCORPIONS-Zeiten, wobei Mr. Uli Jon Roth zunächst einer weißen Fender Stratocaster den Vorzug gibt, weil er bestimmte Songs auf dieser Gitarre gespielt hat als er aktives Bandmitglied bei den SCORPIONS war, noch bevor die von ihm nach der Zeitspanne von 1974 – 78 entwickelte 'Skyguitar' zum Einsatz kam. In der Besetzung Uli Jon Roth – Gesang, Gitarre Niklas Turmann (Gesang, Bass) David Klosinski (Gitarre) Akasha Dawn Roth – (Keyboards, Backing Vocals)Richard Kirk – (Schlagzeug) Célia Ramos - Backing vocals

liefert die Sechsköpfige Band einen 70er Nostalgieauftritt dessen Flair das ganze Ambiente durchweg fesselt in Verzückung, Rockfieber und Erstaunen versetzt.
Nicht nur das Hitklassikersammelsurium von Uli und seinen fünf Mitstreitern reisst durchweg mit, auch die Art wie der Maestro seine Gitarre(n) beherrscht. Jeder Ton sitzt punktgenau keine Verspieler, alles handgemacht. Das komplette 'Virgin Killer'-Album entfaltet intensiven Reiz, löst Emotionen aus, genau dafür steht direkt in Mark und Bein dringender Hard Rock mit immensem Drive und Esprit. „Pictured Live“, „Catch Your Train“, "In Your Park", „Backstage Queen“, „Virgin Killer“, „Hellcat“, „Polar Nights“, „Sun In My Hand“... allesamt Edelperlen auf hoher Nostalgiefrequenz, sorgen für offene Münder und heruntergeklappte Kinnlade plus Gänsehautfaktor. Mittendrin packt Uli auch die Sky Guitar aus. Zu „We'll Burn The Sky“ seinem verstorbenen Bruder Zeno gewidmet, lässt sich Uli zu der Ansage hinreisen... „Ach da war ja die Sache mit dem Boot, auf dem die falsche Musik gespielt wurde....“ Als ob man's nicht geahnt hätte, schippert im nächsten Moment nachdem Uli die Worte ausgesprach, ein Binnenenschiff hinter der Bühne auf dem Wasser den Rhein-Herne-Kanal entlang...
Bei „In Trance“ wird literweise Gänsehaut ausgeschenkt, Niklas Turmann's traumhaft charismatischer Gesang geht durch Mark und Bein. - Nostalgie pur! Das Gesamte Sechstett harmoniert bestens aufeinander abgestimmt. „Uli, Uli, Uli“ Sprechchöre hallen mehr als einmal durch's Rund, dem Mann mit Skyguitar und Indianerbändchen am Gitarrenhals, beherrscht sein Instrument so perfekt, da sitzt jeder noch so kleinste Ton wie angegossen... ULI JON ROTH war, ist, bleibt individuell... hierfür kann es nur ein Prädikat geben: - Legendär! Am Schluß kommt noch ein besonderer Song, - All along the Watchtower lässt einschließlich krachendem Gitarrenfeuerwerk nocheinmal alle Dämme brechen. Was für eine stürmische Session... doch der Sachsensturm soll später noch einsetzen.... „Wir sehen uns wieder“ vielleicht beim nächsten Mal... in diesem Theater..!“ Worte, die man Uli & seiner Gang nur allzu gerne abnimmt. Immer überall ein Erlebnis. Gänsehaut verbunden mit Nostalgie. SCORPIONS/ULI JON ROTH-Fans gerieten bei dieser Setlist in Freudentaumel:
MIKKEY DEE (and Friends playing MOTÖRHEAD-Classics)
Das Rund ist mächtig mit Leuten gefüllt, klar – MOTÖRHEAD bleiben im Herzen ihrer treuen Fans unerreicht. Genau daran lässt sich dieser Set festmachen. „Love Me Like a Reptile“, „Iron Fist“ und „The Chase Is Better Than The Catch“ das ist doch schon mal ne Ansage! Überhaupt zeigt sich die Gesamt-Songauswahl recht vielseitig aufgestellt. MOTÖRHEAD genießen obgleich bis auf deren Drummer MIKKEY DEE... keiner aus dem einst so erfolgreichen Vorgängertrio (R.I.P. - Lemmy Kilmister, R.I.P. Phil Campbell!) mehr am Leben ist astronomisch hohen Stellenwert. Das zeigt sich ebenso an Knallern wie „Snaggletooth“, „I Got Mine“, „Orgasmatron“, „Sacrifice“, das knackige „Born To Raise Hell“ und einem schmissigen „Shine“. Zu „Killed By Death“, „Aces of Spades“, „Bomber“ und „Overkill“ geht es nocheinmal richtig derb zur Sache, womit die in großer Anzahl vertretene MOTÖRHEAD-Fraktion amtlich bedient wird... Natürlich ist diese Band weder das Original noch erreicht sie vollständig dessen gewaltig durchschlagende Intensität, - Spaß gemacht hat's allemal – das wäre auch ganz im Sinne von Lemmy (R.I.P.) der mal sagte: "Habt Spaß am Rock n' Roll!" Den hatte das Trio und auch zahlreiche MOTÖRHEAD-Fans die den Gig mit Leib, Herz und Seele feierten!
1. Love Me Like a Reptile
2. Iron Fist
3. The Chase Is Better Than the Catch
4. Killers
5. Shoot You in the Back
6. Snaggletooth
7. In the Name of Tragedy
8. I Got Mine
9. Orgasmatron
10. Sacrifice
11. Born to Raise Hell
12. Shine
13. Killed by Death
14. Ace of Spades
15. Bomber
16. Overkill
SAXON
liefern ihr gewaltiges Hymnenfeuerwerk. Angeführt durch ihren Stimmgewaltigen Oberhäuptling Biff Byford, dessen leitende Hand, Mimik und Gestik das Publikum souverän dirigiert, geht vom ersten Gitarrenriff an mächtig die Post ab! „Hell, Fire and Damnation“ Titelhymne ihres vorerst letzten Studioreleases läutet den Klassiker-Set gelungen ein, dem sich „Power and The Glory“ das unschlagbare Heavy-Rock n' Roll-Rhythm and Beat-Ungetüm anschließt. „Backs To The Wall“ geht eher als Blaupause durch, danach gibt’s erneut mächtig Hymnenalarm - „And The Bands Played On“ eine der ältesten zugleich wichtigsten SAXON-Hymnen überhaupt erstmals 1980 auf dem Monsters of Rock-Festival vorgestellt), „Solid Ball of Rock“ rockt danach monumental episch mit kraftvollen Breitbandriffs. Wenn Biff die Worte „Lets Fill Your Heads with... ruft, um „Heavy Metal Thunder“ anzufügen ist es Zeit für den Speedfetzer, der ebenso auf keinem guten SAXON-Konzert fehlen darf (wann waren SAXON jemals schlecht?) Diese Institution war bzw. ist immer überall pure Livemacht auf der Bühne, vor allem weil sie soviele unsterbliche Klassikerhymnen hat, die keinen Echt-Metalfan wirklich kalt lassen.
Auch bei SAXON ist viel Crowdsurfer-Volk am Start was zum einen überrascht zum anderen passt es zumindest ein Stück weit zur Metalität im Ruhr-Pott wo es dazu gehört. Immerhin dürfen sich die Pit-Unicorns freuen, sie haben kräftig zu tun und sind ihrer Aufgabe nicht abgeneigt. Soviel nebenbei. Denkwürdige Momentaufnahmen gibt es erneut, wenn die an das Attentat auf US-Präsident John F. Kennedy erinnernde Hymne „Dallas, 1 P.M“ wuchtig aus den Verstärkern dröhnt. Saitenvirtuosus Uli Jon Roth wird für zwei Gastauftritte bei SAXON auf die Bühne geholt, zusammen mit dem Gitarrenduo Doug Scaratt/Brian Tatler die SAXON-Gassenhauer “Denim and Leather“ und „747 Strangers In The Night“ zu intonieren, um den Spirit Harter Stromgitarrenmusik freizusetzen und es klappt vorzüglich!
Biff's bewährte Kuttenshow ist ebensowenig wegzudenken, vor allem, wenn der Hünenhafte SAXON-Frontmann sich in die ärmellose Patches-Litfassäule wirft, um sie später ins Publikum zurück zu geben. Mitsingspielchen wobei die Fans exzessiv laut mitgröhlen dürfen, sind bei SAXON ohnehin Pflicht. Doug Scarrat und Brian Tadler harmonieren prima miteinander, was letzteren auch bei DIAMOND HEAD aktiven Gitarristen auszeichnet ist – er kann dsowohl klassische Les Paul-Hard Rock-Gitarre als auch das optisch zum Stil passende Metaleisen Flying V, streift sich darüber hinaus zwischendurch seine Kutte über, daran wird erkennbar, auch Metal-Musiker sind von den Einflüssen inspirierte Fans. „Never Surrender“ gehört auch zu jener Sorte SAXON-Klassiker, die echte Heavy Metalfans kennen sollten, erneut geht heftig die Post ab. Biff erinnert sein Auditorium zwischen durch an jene Zeit in den 80ern als es weder PC, noch Massen-Medien, geschweige denn Handy und erst recht kein Internet gab, nur das Radio und als das 'Wheels of Steel'-Album veröffentlicht wurde, dass SAXON den Song „Motorcycle Man“ darauf hatten, den sie genauso hingebungsvoll zelebrieren, wie vor 44 Jahren als das Stück entstand. Für das amtliche Schlußfinale sorgen „Wheels of Steel“ sowie „Crusader“ und „Princess of The Night“ als Zugaben bei denen erneut richtig heavy gerockt wird.
Mit dieser Setlist stürmte Englands Stahladlercrew das Amphietheater:
0. The Prophecy (Intro)
1. Hell, Fire and Damnation
2. Power and the Glory
3. Backs to the Wall
4. And the Bands Played On
5. Solid Ball of Rock
6. Heavy Metal Thunder
7. Dallas 1 PM
8. Strong Arm of the Law
9. Motorcycle Man
10. Denim and Leather
11. Never Surrender
12. 747 (Strangers in the Night)
13. Wheels of Steel
Zugaben:
14. Crusader
15. Princess of the Night
Fazit: SAXON sind immer überall eine Bank und wer die Möglichkeit hat, diese immer noch superbe Stahladlercrew live mitzunehmen, sollte dies tun. Würdiger lässt sich das ROCK HARD-FESTIVAL nicht beschließen. Selbst nach 45 Jahren aktiver Dienstzeit für SAXON gilt... to Remember: DENIM AND LEATHER, BROUGHT US ALL TOGETHER - IT IS YOU,,,, - TO SET THE SPIRIT FREE!
Für alle diejenigen, die das feine Festival-Wochenende nocheimal Revue passieren lassen wollen, hat WDR Rockpalast an allen drei Tagen für's TV mitgestreamt:
Rock Hard Festival 2026 (1/3) | 22. Juni 2026, 00.45 - 04.15 Uhr |
Rock Hard Festival 2026 (2/3) | 29. Juni 2026, 00.50 - 02.20 Uhr |
Rock Hard Festival 2026 (3/3) | 6. Juli 2026, 01.00 - 04.00 Uhr |
Schlußwort:
Ein großes Danke an das Veranstalterteam für dieses immer geniale Festival, in bewährtem Ambiente dem Amphietheater Gelsenkirchen wo Kunst und Kultur aufeinandertreffend Hand in Hand gehen - mit sauberer Organisation zu dem es mich schon seit der III. Ausgabe hinzieht – warum hat dieses wieder mal feine Wochenende am Rhein-Herne-Kanal gezeigt. Das Team vom WDR ist selbstverständlich vor Ort gewesen und hat den Großteil aller Auftritte per Streaming festgehalten. - Danke WDR Rockpalast! Ein großes Lob geht ebenso an den Soundmischer, alle Bands waren Top Abgemischt, den brutalsten Gitarrensound hatten ANGEL WITCH. Noch ein Kompliment an dieser Stelle an die alles in ihren Händen liegend tuende Pit-Unicorn-Security, um Sicherheit von Fans und Fotografenriege zu gewährleisten. Musikalisch war so ziemlich für jeden was dabei, das gebotene Spektrum reichte von Hard Rock, Heavy Metal, Folk-Metal, NWOBHM, Gothic Metal, Doom, Okkult Rock/Metal, Speed Metal, Thrash, Punk, (Melodic) Death bis Black Metal.
Auf dem ROCK HARD-FESTIVAL gab es wieder viele Höhepunkte, einiges an Kuriositäten aber auch so manchen Tiefpunkt. Preise an den Verpflegungsständen waren teilweise schon etwas hoch. Fünf euro für ein Brötchen mit ner Mini-Bratwurst, wirken schon befremdlich, ebenso schlugen die erhöhten Getränkepreise zu Buche. Herausragende Gigs boten die übermächtigen SAXON, gefolgt von ARMORED SAINT, PARADISE LOST und einer traumhaft nostalgischen ULI JON ROTH-Vorstellung, während HIRAX ein richtig extrem steil gehendes Speed/Thrash-Brett abrissen. Starke Gigs lieferten DARK TRANQULITY, CORONER, ANGEL WITCH, THE NEPTUNE POWER FEDERATION, AMBUSH und HÄLLAS, die alle ihre Fans hatten. Überraschungskapelle des gesamten Festivals waren SLIME. Mit unerwartet knackiger in dem Rahmen so nicht erwarteter Performance punkteten LUCIFER, für den emotionalsten Auftritt sorgten NAILED TO OBSCURITY deren konzentrierter Performanceritt unter die Haut ging. Außerhalb der Wertung liegen GUS G & RONNIE ROMERO - die Fans wurden mit DIO/BLACK SABBATH/RAINBOW-Klassikern bestens auf den Headliner eingestimmt, selbiges gilt für MIKKEY DEE With Friends deren umfangreiche MOTÖRHEAD-Klassiker-Setlist perfekte Unterhaltung bot. Was für ein Klasse Festival-Wochenende am Rhein-Herne-Kanal! Hoffentlich 2027 wieder?!?
Bericht und Fotos: Michael Toscher

