3. IRON DOGHEAD 2026 - Schwiegershausen


Festival vom 26.06. u. 27.06.2026
mit: WARRANT, BURNING HELLMET, SERVANT, ZAPPENDUSTER, BLITZ, URN, COMPRESSOR, 
RICHIE MINUS 1, REAPER, BERZERK, WOODRAGE u.v.m. 

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IRON DOGHEAD 

3. IRON DOGHEAD Motorradhütte Schwiegershausen, 26.06/27.06.2026
mit WARRANT, SERVANT, BURNING HELLMET, REAPER, COMPRESSOR, BLITZ, BERZERK, ZAPPENDUSTER, RITCHIE MINUS 1, CLEMENS, BLITZ, URN, WARRANT, 

IRON DOGHEAD-Freitag, 26.06.2026
Zunächst einmal gegen Mittag angekommen, wird schnell das Zelt aufgebaut, danach bleibt noch Zeit für Gespräche in gemeinsamer Runde, bevor mein Weg in Richtung Hauptplatz führt. Der knochenharte Thrash/Death/Black Metal-Freitag steht bevor. Temparaturen bis zu 40° müssen erstmal verdaut werden, da hilft nur eines: Viel Trinken! In meinem Fall, alkoholfreies Bier und Wasser, später die zugehörige Menge an Elektrolyten um den Kreislauf in Schwung zu halten.

Nach Ansage von HMF Iron Doghead MC-Präsi Thomas geht’s auch schon los.
Am Nachmittag ist es richtig heiß geworden, da heißt es gaaaaaanz viel Trinken! Iron Dogheads-Schriftzug, S-Förmiger Weg zur Eingangskasse während mich das Schild mit Aufschrift Shropshire-Ranch dessen erster Teil an die Mittelalter-Serie Bruder Cadfael erinnert während der zweite Namensteil etwas Wildwest-mässiges hat, umgeben von üppiger auf Anhieb Wanderflair weckender Waldlandschaft signalsieren: Hier bist Du richtig! Mein Lieblingsfestival beginnt ziemlich heftig:
Pünktlich gegen 16.00 am Freitag-Nachmittag in brütender Hitze geht es los mit

BERZERK
Zum Einstieg in den stark Death Metal dominierten IRON DOGHEAD-Freitag dürfen BERZERK ran. Die Band spielt ungeschliffen rauhen, ungekünstelt rohen Death Metal mit geradlinig voll auf's Maul-Garantie, der an Genre-Vorreiter wie CELTIC FROST, HELLHAMMER, CRYPTIC SLAUGHTER, OBITUARY und noch vieles mehr was dass in Richtung primitiver Extrem-Metal-Urgewalt tendiert, oder sobald es in extreme Geschwindigkeiten geht sogar an die GrindDeather PUNGENT STENCH erinnert.

Allein die vielseitige Art des Growlens ihres stilsicheren Geschmack beweisenden in Kutte, Patronengurt, Nietenarmbändern (geil!) und PILEDRIVER-Shirt auf der Bühne stehenden Frontmannes verdient anerkennenden Respekt. Zugegebenermaßen kenne ich kein Stück der Jungs, doch ziehen sie mir ihrer schrägen Mischung purer Death Metallischer Urgewalt mit kräftigem Schuß Punk die Blicke auf sich und hinterlassen dabei mehr als passablen Eindruck. Das OBITUARY-Cover „Slowly We Rot“ in kantig schräger Version kommt auch nicht von ungefähr. Von BERZERK wird künftig sicher noch mehr zu hören sein, bis dato heißt es den weiteren Weg der Truppe im Auge behalten. Für den gerade mal 2. Gig mehr als passabel; allein die Setlist ist ein Kunstwerk. Nach etwa 45 Minuten endet der Set so abrupt, wie er begann. Fazit: - Cooler Auftakt!

ZAPPENDUSTER
kommen direkt aus der Nähe – Clausthal Zellerfeld womit sie so etwas wie Lokalmatadorenstatus auf dem IRON DOGHEAD haben. Den eigenen Fanblock mit am Start bringen ZAPPENDUSTER viel Stimmung in die Grillhütte des ortsansässigen Motorradclubs. Die Black-Deathmetalcombo aus Clausthal-Zellerfeld ca. 20 Km gar nicht mal unweit entfernt von Osterode - zeigt sich spielfreudig. In Cevin Bierhence haben sie einen kontaktfreudigen Sänger, dessen heißeres Organ einschließlich Performance prächtig mitreisst. Viel Druck auf dem Scheffel gelingt es den Lokalmatadoren das Publikum durch krasse in Richtung Schweden schielende Death-Black Metalhämmer mit feiner Melodieführung bei viel Kick nach vorne vom Typ „Human Disability“, „Preview Of Live“, „Prince of Hell“ oder „Iceland“ auf ihre Seite zu ziehen. Durch Zwischenintros kommt atmosphärischer Touch in die Hütte. Mittendrin im Geschehen darf auch etwas 'Walpurgisnacht-Atmosphäre' per Einspieler nicht fehlen.

Im Fokus der knapp fünfundvierzig Minuten-Darbietung steht das zweite Album 'Death Clock' deren Songs Hauptanteil einer gelungenen Vorstellung bilden. Vom Fankreis verdientermaßen abgefeiert, haben ZAPPENDUSTER guten Eindruck hinterlassen. Verdientermaßen zurecht vom anwesenden Fanklientel abgefeiert gibt’s noch als Zugabe „Suffer“ vom 'Rising'-Debüt danach ist Schluß, die Band bei sich angestauten Hitzegraden schweißtriefend nass ebenso deren anwesendes Fanklientel. Cevin Bierhence Klatschenass geschwitzt ist die Anstrengung dieses Gigs direkt anzusehen, der mitsamt seiner Crew die Bühne zufrieden verlässt.

Für ZAPPENDUSTER gilt... alles richtig gemacht, Schweißnass gebadet und ordentlich Stimmung entfacht! Da wurd's zu keiner Sekunde... - Zappenduster!

COMPRESSOR
Ein Kompressor = Verdichter ist eine Maschine, die Gase (Luft) – ansaugt, verdichtet und so Druck und Dichte erhöht. Die Maschine wandelt mechanische Energie in Druckenergie um, dient als Kraftquelle für Werkzeuge, zur Motoren-Leistungssteigerung oder zur Reduzierung von Lautstärken in der Audiotechnik. Die nächste auf der Bühne sich die Ehre gebende Band heißt Compressor. Von reduzierter Lautstärke ist nichts zu spüren, Druck und Dichte zur Genüge.

Die Marburger Death Metal-Urgewalt ihrem Bandnamen gerecht werdend, gibt sich in der Hütte der Motorradfreunde Schwiegershausen die Ehre. Mit einem bissigen das Publikum jederzeit anstachelnden Frontsänger schaffen es COMPRESSOR gewaltig Druck aufzubauen. Sämtliche Posen einschließlich des vitalsten Stageactings des gesamten Freitags, gelingt es der Hidesheimer Thrash/Death Metalfabrik wie obig beschriebenes Gerät mächtig Druck zu erzeugen. Das einzige was zum vollständigen Triumph bedingt durch brütende Hitzetemparaturen fehlt ist ein Circle Pit, ansonsten überzeugt das Quintett auf ganzer Linie. Die bis dato beste Band im Billing besticht durch eine knallharte, ausgewogene kompromisslos nach vorn gehend alles wegblasende Mischung aus Thrash und Death Metal, womit keinen Zweifel aufkommt, wieviel Druck die Hildesheimer Death-Thraschcombo unter Normalbedingungen aufzubauen im Stande ist. Zugegebenermaßen kenne ich nur von Hörensagen, weshalb hier auch kein Song der Truppe im Bericht erscheint.

Von der nächsten Band TERRIBBLE SICKNESS bekomme ich aufgrund zu hoher Hitze und Kraftmangel nichts mehr mit, weil der Gang zurück auf den Camper fürs Aufladen der Akkus Prioritätsstufe 1 besitzt. Unter normalen Umständen hätte ich mir die Band gegeben aber so derart geschwächt, heißt es nun Kräfte sparen... vielleicht lässt sich dies ein andermal bei passender Gelegenheit nachholen.

SERVANT
setzen als letzte Band eines extremen Billings dem IRON DOGHEAD-Freitag die Krone auf, ziehen die mit Abstand meisten Besucher in die Location. Melodischer Black Metal der fast schon was von Dark Fantasy-Metal mit reichlich Atmosphäre hat, erinnert irgendwie an eine Mischung aus DIMMU BORGIR, ENSLAVED, IMMORTAL und BORKNAGAR.

Irgendwas war doch da noch... richtig SERVANT spielten am 28. Januar 2026 in der Goldgrube, bedauerlicherweise lag ich zu diesem Zeitpunkt krank im Bett, weshalb mir diese Band durch die Lappen ging, deren Gig ich nun amtlich mit Spannung auf dem IRON DOGHEAD-Festival nachholend genießen darf.

Zu meinem Erstaunen kommt dieses Black Metal-Kommando aus Hann.Münden (! )also gar nicht mal so weit von Kassel entfernt. Atmosphärische Black Metal-Nummern, der Prägung „Empire of Madness“, „The Ultimate Occult Worship“ und „Mater Hominis“ überzeugen ihr Fanklientel vom ersten bis letzten Takt. Daran lässt das harmonische Performancelevel der gesamten Band in spätestens bei SERVANT ansprechend gefüllten Grillhütte der MotorradfreundeSchwiegershausen angeführt von ihrem heißer keifend, martialisch brüllend kraftvoll shoutendem Frontmann Farago von Anfang bis Ende überzeugend gar keinen Zweifel.

SERVANT überragen das gesamte Freitagbilling, liefern den perfekten Soundtrack für die hereinbrechende Freitagnacht. Nicht nur durchweg auf's Gaspedal tretend, suhlen sich knackige Faustreckparts in heroischer Pathos-Epik erzeugen mächtig Stimmung, fesseln das Publikum. Dieser Freitag steht im Zeichen von SERVANT.

Die beste Band am Knüppel-Freitag hat das IRON DOGHEAD würdevoll beendet und nach diesem fesselnden Schwarzheimer-Auftritt einige Fans mehr, zu denen auch das verfassende Individuum dieser Zeilen gehört – Support The Underground!

Ausklang
Anschließend besteht ab 22:30 bis 02:00 Gelegenheit sich kräftig bei der Metal-Disco austoben, danach ist der Extrem metallische IRON DOGHEAD-Freitag gelaufen, währenddessen auf dem Camper noch weiter gemütlich Party gefeiert wird, bis auch die letzten sich zur Ruhe begeben, denn ohne Schlaf ist der nächste Tag wo mit ansteigenden Rekord-Temparaturen zu rechnen ist, kaum auszuhalten.

Fazit: Gelungener IRON DOGHEAD-Freitag im Zeichen von Thrash/Death/Black Metal mit guten Vorbands und hervorragendem Black Metallischen Ausklang.

IRON DOGHEAD-Samstag, 27.06.2026
Schon früh am Morgen stellt sich heraus: Dieser Samstag wird knochenhart brutal,
nicht nur betreffs Bandbilling, vor allem der zu befürchtenden Rekordhitze, die sogar meinereinem irgendwann im Laufe des Tages das Schwarz-Rot-Karierte im Regelfall nie abgestreifte Karohemd auszieht. Mehr dazu, später...

RICHIE MINUS 1


bringt wie schon im Vorjahr astreine Poetry-Slam-Geschichten auf die Bühne. Ein Cyborg erzählt von den Sorgen die sich Richie über die Zukunft gemacht hat. Währenddessen der Cyborg erzählt werden in versteckter Form Rock und Heavy Metalbands unterschiedlicher Stilrichtungen in die vor Pointen, Überraschungen und Wendungen pulsierende Handlung integriert. Das Publikum soll raten, um welche es sich dabei handelt. Auch Beethoven's Klassiker (für Elise) fließt mit ein. Emotionen, Beschreibungen von Persönlichkeiten in angedeuteter Form und in den Handlungsstrang eingewoben: Richie selbst als diverse Stationen seines vielseitigen Lebens in Vergangenheit und Zukunft, Hobbys wie Football kommen zur Sprache. Der Blick über den Tellerrand reicht weit aus nicht dem metallischen Spektrum zuordbare Künstler werden beleuchtet und Szeneklassiker schon mal verballhornt.Auf den Richies Leben flexibel beschreibenden Abriss folgt ein düsteres Thema: Die vier Reiter der Apocalypse in Bezug auf das veränderte Wesen der Gesellschaft. Am Ende macht der Cyborg als dessen Vertreter dem realen Richie wieder Platz holt ihn aus der Zukunft in die Gegenwart zurück, das Publikum tobt! Begeisterte Richie, Richie, Richie-Sprechchöre sagen alles! Der Protagonist steigt unter tosendem Applaus von der Bühne. RICHIE MINUS 1 – das war allererste Sahne!

CLEMENS  
Als Überraschungs bzw. Secret Act nach RICHIE MINUS 1 folgt...
CLEMENS (Manowar-Cover auf dem Akkordeon), was zunächst lustig klingt, versprüht durchaus nostalgischen Reiz. MANOWAR-Klassiker (u. a. „Thor, The Powerhead“, „The Blood of My Enemies“, „Guyana“ (Cult of the Damned) verwandeln sich in epische Schunkel-Songballaden zum Feiern und Mitgröhlen. Hauptakteur CLEMENS hat sichtlich Spaß an soviel Unterhaltung besonderer Art.


Ein CLEMENS-Stamm-Supporter im nackten Oberkörper (verständlich bei der Superaffenbullenhitze) feiert lautstark headbangend als wäre der Leibhaftige hinter ihm her. Ergo: Wer sein Programm so unbeschwert bringt, darf von kräftigem Beifall begleitet, die Bretter verlassen und anschließend gerne wiederkommen. Laut und kraftvoll durch die Motorradhütte Schwiegershausen hallende Anfeuerungsrufe für den Akteur lassen keinen Zweifel, das Publikum, will Zugabe! „Black, Wind, Fire and Steel“ beendet das gelungene Gastspiel von CLEMENS, der nicht nur aus meiner Sicht nach Bedarf gern erneut beim IRON DOGHEAD auftreten sollte. - Danke, Clemens!

Soviel Vorprogramm gilt es in drückend brutaler Hitze ersteinmal zu verdauen.  Bei CASUS muss ich nach soviel künstlerischem Input zunächst pausieren...,

BLITZ
lassen danach ein astreines Speed Metal-Inferno von echtem Schrot und Korn auf die Heavy Metalfangemeinde los. EXCITER, ABBATOIR.. obskurer Teuteonen-Speed Marke VECTOM.sowie Einflüsse ausgefallener teils deutschsprachig singender Bands bilden das Grundgerüst. 
 

Die Hamburger haben ihr spezielles Fanklientel. Vollbedienung in fetter Lautstärke steht an, es wartet eine Songmischung aus deutschsprachigen und englischen Textlyrics, die mit geballter Urgewalt ins Publikum gedonnert werden. Bei Blitz sprechen die Gitarren. Shouter Chris Rattlesnake freut sich auf der linken Bühnenseite über die posivite BLITZ-Resonanz. Auf der rechten Bühnenseite lässt Michi seinem Riffattacken und Leadsoli freien Lauf, indessen legt die Rhythmussektion ihr druckvolles Grundgerüst. Anfangend mit „Desert of Darkness“, Dem „Tigerkäfig“ entfliehend erzählen BLITZ „von Ecken und Erkern“, zünden Speedgeschosse wie „Shadow and Flame“, lassen den Weg der Hexe bei „Curse of the Witch“ in gruseliger Vergangenheit passieren und haben ihr komplett ausrastendes Fanklientel hervorragend im Griff. Zum Schluß kündigt Sänger/Gitarrist noch einen bewährt kampferprobten Fetzer an: „Habt ihr nochmal Bock auf einen richtig schnellen Song, hier kommt...„Inferno in der Schmiede!“ Danach geht mächtig die Post ab.

Anschließend finden BLITZ-Shirts guten Absatz, die Band steht für Autogramme und Fragen zur Verfügung, während der Goreminister ein Interview mit ihnen führt... und nur unwesentlich später selbst das Verfassende davon völlig überraschte Individuum in den Fokus eines gesonderten Interviews nimmt, - Coole Aktion! Die sehenswerte Video-Nachlese des nächstes Jahr selbst mit Band auf der Bühne stehenden Goreministers könnt ihr euch übrigens hier zu Gemüte führen:
link zum Goreminister

URN 
Auch diese Black Metalband kennt ihr Metier aus dem FF. URN sind aus Finnland, existieren seit 1994 und spielen rabenschwarzen Black Metal mit viel Knüppel-faktor. Was bei zahlreichen Bands hektisch bis zerfahren wirkt, harmoniert bei URN hervorragend. Allein die musikalischen Fähigkeiten der Schwarzheimer-Bande lasssen für das überschaubare umso treuer auf die Band eingeschworene Fanvolk nicht das geringste zu Wünschen übrig. URN zelebrieren rasenden Black Metal-Feuersturm - live die Totale Vernichtung!

Zwar wirkt das Stageacting aufgrund kleiner Bühne ein wenig hüftsteif, doch ansonsten regiert knallhart der geschwungene Knüppel. Garstig massive Blach Metal-Wellenbrecher vom Kaliber „Burning Blood's Curse“, „Hail The King“, „Predator of Spirit Forms“ oder „Celestial Light“ schlagen mit konzentrierter Wucht in der Grillhütte ein. Fans ruppiger Black Metal Attacken feiern den ungeschliffen rohen Finnenfünfer Faustreckend, Mähne schwingend, sich schlichtweg berauschen lassend gebührend ab, um zufrieden den Weg an die Theke oder aus der Grillhütte hinaus zu nehmen.

REAPER
Kassels Heavy Metal-Urgestein spielt sich bei brütender Nachmittagshitze mächtig den Arsch ab. Schade, dass sich die Reihen kaum schließen. Stücke vom aktuellen Album 'Dead World Legacy' (u. a. „Jerusalem“, „From Giants Shoulders“, „Garden of Delights“, „The Legacy“, „Oceans of Slumber“), werden genauso abgefeiert wie das alte Bandklassiker-Repertoire, von dem REAPER so einiges bieten, entsprechend fügt sich das gelungene KATE BUSH-Cover „Wuthering Heights“ hervorragend in den Gesamtset ein.

. „Lucifer's Rising“ die 80er Oldschoolspeed-hymne (mit dem ersten Sänger Benny!) knallt richtig derb ins Gebälk, auch „The Raven“ darf am Ende nicht fehlen, und nach dem 60 Minuten REAPER ist man froh, aus der Schwitzhütte raus zu sein. Viel zu heiß... REAPER haben ihren Job amtlich gemacht, sich bei brutal sengender Hitzewelle wirklich achtbar geschlagen!

Licht und Schatten
MORTAL TERROR fallen leider aufgrund einer traurigen Begebenheit (Drummer Jürgen wurde mit Herzinfarkt im Krankenhaus eingeliefert) aus, Dirk und Jann begeben sich auf die Bretter, um der Fankulisse den aktuellen Status mitzuteilen wodurch das restliche Programm durch Veränderungen geprägt ist. Eine Aktion mit Signalgebender Wirkung für Drummer Jürgen findet anschließend im Rahmen der kleinen Ansprache statt, wenn das anwesende Publikum "Gute Gensung... JÜRGEN!" rufen darf und lautstark tut. Die Metal-Fangmeinde zeigt mal einmal mehr Sozialverhalten familiäres Sozialverhalten; jeder hilft jedem.  Alle Bands bekommen etwas längere Spielzeiten. Der entfallene Gig wird nächstes Jahr an gleicher Stelle nachgeholt, weshalb MORTAL TERROR demzufolge als erste Band für's IRON DOGHEAD-Billing 2027 bestätigt sind. Eine sehr wichtige zugleich lobenswerte Aktion gelingt der ortsansässigen Feuerwehr, die sich freiwillig bereit erklärt, Fans mit Zufuhr von Wasser aus den Löschschläuchen zu versorgen. Schnell geschaltet, dann umgesetzt, das Veranstalterteam bindet dieses feine Ansinnen als Aktion direkt ins Geschehen mit ein – was soll ich auf meinem Liebelingsfestivalwochende dazu sagen? Typisch IRON DOGHEAD (!) genau richtig! Dieses Angebot findet dankbare Abnehmerschaft, einer solch willkom-menen Dusche kann sich meinereiner sackenass geschwitzt nicht entziehen. - Toll!

Ein geführtes Interview mit dem Goreminister der mehrere Bands, Künstler und Anwesende Protagonisten filmend einen Blick hinter die Kulissen des kleinen aber feinen Festivals wirft (Nachlese ist ziemlich gelungen!) dessen Band nächstes Jahr auf dem IRON DOGHEAD auftritt, erfreut mich total, statt selbst zu jemanden
z. B. Musiker oder eine Band zu interviewen, werde ich interviewt. - Cool!

WARRANT
legen vor exzessiv mitgehender Fankulisse spätestens bei den Düsseldorfern ist die Hütte richtig voll, den Abriss des Tages auf die Bühne. Alle vier sprühen von Anfang an vor Motiviation – selbiges gilt für die gnadenlos austickenden Fans, denen genau solch eine Abfahrt gefehlt hat – die bekommen sie bei prächtig eingestelltem Sound umso heftiger von den Düsseldorfern WARRANT verpasst. Hatte ich erst im März das Vergnügen die Band in der Goldgrube mitzunehmen, bestätigt das Quartett den positiven Eindruck vom März nur umso deutlicher. Eine Anzahl von WARRANT-Shirts zeigt, worauf sich das Publikum im Rahmen dieses erlesenen IRON DOGHEAD-Samstagsbillings am allermeisten freut.

Mit Burnern wie „Nuns have No Fun“, „Satan“, „Betrayer“, „Bang That Head“, „Scavenger's Daugther“, „Torture in the Tower“ oder „Demons einschließlich dem symbolisch das Beil schwingenden 'Enforcer' sprich Henker auf der Bühne, kann eigentlich nichts schief gehen. Für wuchtige, seine Vordermannschaft heftig in den Hintern tretend zu Höchstleistungen antreibendes Schlagzeugspiel sorgt Drummer Marius Lamm. Wenn Frontmann Jörg Jurascheck fragt: „Habt ihr Bock auf Speeeed Metal???“ Hallt ihm ein lautes „JAAAAAAA!“ entgegen, anschließend sprechen die Gitarren! Beide Gitarristen Michael Dietz und Adrian Eric Weiss ergänzen sich als eingespieltes riffend wie solierendes Duo im Gesamtbild mit Bassist/Sänger Jörg Juraschek hervorragend. Coole Ansagen des vor Schweiß triefenden Frontmanns und ein gewaltig feiernder Fanpulk in der Grillhütte sagen alles! Da geht die Post ab, alle Dämme brechen, keiner steht anteilnahmslos herum.

Das starke Schlußtriple „The Rack“, „The Enforcer“ und „Ordeal of Death“ mit setzt dem fetten Gig vor leidenschaftlich abgehender Fanmeute die Krone auf. Nach Gigende werden fleißig Plektren von der Gitarrenfraktion verteilt. Was war das für ein fetter Abriss?!? Egal was noch immer kommt, ob das zu Toppen ist?

BURNING HELMET
ziehen ebenfalls zahlreich Publikum vor die Bühne, da ist es kaum weniger voll als bei WARRANT. Kassels finest Progressive Proll Metal-Crew legt inklusive Soundproblemen einen Wahnsinnsauftritt besonderer Art mit ultralanger Setlist hin, der durchweg begeistert. Eigenkompositionen und Cover stehen in gegenseitigem Wechsel, bringen das Publikum nocheinmal richtig zum Toben. Angefangen bei Rat n' Roaches über „Pile“, „Lamento Mori“, „Join The Badgers“ usw. werden Cover ven den RAMONES („Pet Semetary“, „I wanna Be Sedated“), ALICE COOPER („Love's a Loaded Gun“), IRON MAIDEN („Wratchild“), und überraschend auch das mächtig Stimmung bringende DANZIG-Cover „Dirty Black Summer“ ausgepackt. Weiteres Kraftfutter wie „An Alley“, „The Damned“ oder „Cigarettes and Whuskey“ wo Bumbo und Toschi ein Walzer-Tänzchen wagen – wir sind alle eins!

 

Zwischendurch kommt REAPER-Drummer Jan mittlerweile auch bei den UGLY EARTHLINGS als Vocalist aktiv... zu „Paranoid“ auf die Bühne um seine Leidenschaft für BLACK SABBATH Gesang auszuleben. Warum steht nun werden sich viele fragen – „der Hund von Baskerville“ auf der Setlist? Hintergrund: Ursprünglich hieß das Stück „Der Hund von Baskerville“ im Original ob ihr's glaubt oder nicht - komponiert von CINDY & BERT. Das bleibt nicht die einzige Überraschung für das MOTÖRHEAD-Cover „Born To Raise Hell“ wo dann auch meine Wenigkeit im MOTÖRHEAD-Shirt auf die Bühne darf, wird Poetry-Slayer Richie ans Mikro gebeten, der sein kraftvolles Organ mit Nachhall einsetzt, erledigt seinen Job (trotz kleinen Hängers an einer Stelle) gut. Die gemeinsame Jam-Session wird zum Highlight der gesamten Show! mit der coolsten Socke auf der Livebühne Graf von Thaler, dessen beiläufiger Kommentar zu den Soundschwankungen lautet: „Wir haben Soundprobleme und trotzdem dank euch tierischen Spaß dabei gehabt“. Endlich haben sie mal ihr Publikum bekommen, dass auf die Stücke abrockt, statt rumzustehen wie Tankzapfsäulen und Löcher in die Luft zu staren. Genau dafür stehen BURNING HELLMET schließlich – danke für dieses feine Gastspiel!

Kleine Zusammenfassung:
Vier sich schrittweise steigernden Vorbands setzten SERVANT als bester Act am IRON DOGHEAD-Freitag die Krone auf. Nach WARRANT gehen BURNING HELLMET und BLITZ als beste Band vom IRON DOGHEAD-Samstag durch.

WOODRAGE

Statt der Metaldisco gibt’s noch Ein-Mann-Unterhaltung per Konzi von REAPER-Rhythmusgitarrist Benny, der seine Kreativ-Ader mit Rock und Metalklassiker auf der Akkustik-Westerngitarre irgendwo zwischen PANTERA, MOTÖRHEAD und so vielem weiteren auslebt... währenddessen die zunächst vorgesehene Metaldisco aufgrund verlängerter Session entfällt, was allerdings zu verschmerzen ist, da nach solch einem gedehnten Programm bei tagsüber unerträglicher Hitze, die selbst mir das unverzichtbare schwarz-rote Holzfällerhemd auszieht, weil die Kraftreserven irgendwann leer sind und die kreisrund gelbe Sau am Himmel es extrem übertreibt. Eine Ansprache zum Schluß des Festivals einschließlich Bühnenfoto vom IRON DOGHEAD-TEAM gehört ebenfalls dazu - wer solch ein phantastisches Festival organisiert darf sich verdientermaßen zu REcht feiern lassen! 

 

Fazit zum IRON DOGHEAD-Samstag:
Die stärksten Gigs lieferten WARRANT und BURNING HELLMET, gefolgt von BLITZ. Künstlerische Darbietungen von RITCHIE MINUS 1 und CLEMENS dem Akkordeonspieler mit praller Auswahl MANOWAR-Songs im Gepäck hinterließen Eindruck, auch das WOODRAGE-Special von Benny hat richtig Spaß gemacht. Im Billing war keine Band wirklich schlecht, nur die Bedingungen unterschiedlich, selbiges gilt für die Auftritte. Begeisterung weckte auch der Goreminister und Freundin cooles Interview, mit sympathischen Leuten. Ich würde gern mal ein längeres führen einschließlich superber Festivalnachlese per Video auf Anhieb kehrten Erinnerungen zurück! 

Schlußressumeé:
Was für ein pralles Festival trotz unausstehlicher Hitze hat das IRON DOGHEAD alle Erwartungen mehr als erfüllt, das für mich schönste Konzertwochenende im Jahr findet keineswegs auf größeren oder anderen Kleinfestivals statt, sondern auf dem überschaubaren IRON DOGHEAD, im Gebiet der Shropshire Ranch (Bruder Cadfael grüßt!) Mittelalter und Wildwest wie kann das funktionieren? Beim IRON DOGHEAD jederzeit, wo sich meinereiner zu Hause in einer Familie fühlt, von der kein Mitglied zu missen ist. Das gilt auch für meine Kasseler, Hann. Mündener, Hamburger-Freunde, denn ohne euch würde mir gewaltig etwas fehlen! All das und noch  viel mehr hat das IRON DOGHEAD erneut voll gezeigt!

Ganz Großes Lob und von meiner Seite viel D a n k geht an das gesamte jederzeit freundlich zuvorkommend hilfsbereite HMFC IRON DOGHEAD-Team (Ihr seid die B e s t e n!!!!) für eine nicht zu überbietende Mega Top-Orga, (die aufgestellten WC's führten Wasser) das phantastische Arbeit leistete). Nicht zu vergessen - die ortsansässigen Feuerwehr, die sich anbot Fans mit Löschschläuchen vom Dach abzuspritzen, um die brutalen Hitzegrade in den Griff zu bekommen. Hier hat das HMFC IRON DOGHEAD Orgateam konsequent sowie zügig reagiert, helfende Feuerwehr ins Festival miteinbezogen. Megastark! Hab' die Dusche in vollen Zügen genossen, könnt ihr ebenso deutlich auf den Fotos erkennen... Noch eins zum Service: Super Getränkeauswahl (bitte nächstes Jahr erneut Zitronenlimo on the Rocks mit Eis, viel Wasser, vegetarische Würstchen, auch das Thekenteam freundlich jederzeit hilfsbereit, ebenso beim Metal Flohmarkt, Eingangskasse und überall. Metal-Stände hielten für viele wieder etwas bereit neben 98 Records unverzichtbar Poser 667 - tolle Patches, Buttons, Pins und Backpatches (der feine OMEN-Backpatch ist ein ultimativer Hammer! Im Falle einer waschechten Power Metal-Kutte wäre das mein Favorit!) Das IRON DOGHEAD Festival steht im Termin-Planer des verfassenden Individuums dieser Zielen ganz oben, freue mich sehr, Teil davon zu sein. In der Tat, der zum dritten Mal dieses feine sets auf's neue (trotz besiatlischer Hitzetemparaturen!) flashende Festival  IRON DOGHEADS HMFC kann mit zuversichtlich auf das Geleistete blicken: Hier lebt der wahre Heavy Metal!!!!

Schon jetzt weckt das Billing für nächstes Jahr obwohl bis dato längst noch nicht alle Bands feststehen, richtig viel Bock hin zu gehen... Iron Dogheeeeeaaaaad!!!
Alles andere als ein normales Festival: Ultimativer Wahnsinn im Quadrat! Auf ein neues im Nächsten Jahr 2027 – IRON DOGHEAD – Der metallische Weckruf im Harz! 

An dieser Stelle noch ein spezielles Danke an Mario Ziegan für die schönen sich zu meinen hervorragend ergänzenden Fotos zum Bericht, mehr davon gibt’s hier:
M. Ziegan Konzertfotografie

Bericht: Michael Toscher, Fotos: Mario Ziegan + Michael Toscher