SMOA 2026 - Neukirchen

Konzert vom 29.08.2026
BLUNT AXE TORTURE, FOLL
AMPYRED.
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BLUNT AXE TORTURE
FOLL
AMPYRED
Um 19:00 Uhr lockte wieder das Schwalm Metal Open Air zur nächsten AuflageKUZ Sägewerk Neukirchen; wo seit 1998 Live Musik stattfindet. Drei Bands präsentieren sich auf dem SCHWALM METAL OPEN AIR kurz: SMOA, den Auftakt machen...
AMPYRED
fangen etwa gegen 20:00 Uhr an zu spielen. Der Stil des nordhessischen Hard Rock Trios liegt irgendwo zwischen Classic Rock, 70er-80er Hard Rock, Blues, Rock n' Roll und Proto Heavy Metal. Nicht nur Fans im Kasseler Raum bekannt locken AMPYRED trotz erschreckend wenig Besucherklientel auf dem SCHWALM METAL OPEN AIR (= SMOA) mit soviel erdigem (Hard)Rock mehr Leute als erwartet zur kleinen Bühne. Gelungene Songauswahl sowie spritzige Performance bestätigen den tollen Eindruck prächtig miteinander harmonierenden Dreiers. Dass es sich bei dieser Band um gestandene Musiker handelt, die ihr Handwer kennen, wird an dem feinen Auftritt deutlich. Es knarrzt, rumpelt und rockt im
Gebälck!Drummer Andreas „Evil“ Kallee schlägt kraftvollen Punch, Gitarrist Horst Zaspel mit Spitznamen „Hotte“ genannt, steigt zwischenzeitlich bei „Sin City“ von der niedrigen Bühne stellt sich vor Spielfreude sprühend voll in seinem Element auf der Leadgitarre solierend vor die Fans, was durchaus Eindruck hinterlässt, während Sänger/Bassist Norbert „The Nob“ Beulshausen mit klassischen Posen, Attitüde und Stadion Rock-Entertainment auf kleinem Platz für Aufmerksamkeit sorgt.
Auf bewährtes Material wie „Mad House“, „Train To Nowhere“, „Overnight Sensation“ oder das im Refrain heftig mitgröhlbare „Hot Love Molotov“ sorgen für ausgelassene Stimmung, dazu lässt sich locker auch mal das Tanzbein schwingen... Richtig fett schlägt der tonnenschwere als in unmissverständlicher Kritik geäußerte Nachricht an Microsoft-Gründer Bill Gates gerichtete Düster-Doomer „Gods of Creation“ mit Stinkefinger-Gruß von Bassist „The Nob“ an Silicon Valley auf dem Gelände ein. Kurz vor Schluß folgt noch die Bandvorstellung. Am Schluß fordern treue Fans vor der Bühne lautstark „Wonderland“. Zwar entfällt „All For Love“, wird jedoch durch das im Regelfall sonst nie live zu hörende „Wonderland“ kompensiert. Mit gebührendem Applaus verabschiedet bleibt am Ende folgendes Fazit: Mehr war nicht drin.AMPYRED haben alles nämlich das beste herausgeholt!
Randnotizen:
Laut Ofizieller Veranstalter-Info heißt es: Divine:Zero fällt ausAufgrund einer Handgelenkverletzung von Plö müssen D:Z alle Sommerfestivals 2026 absagen. Kein Melodic Death/Thrash. Schade. Als Ersatz springen Foll aus Marburg ein. Am Rande notiert: Getränkeauswahl Top (drei alkoholfreie Biersorten selten genug!), Krombacher, Licher und Jever, Cola Zero und für die Biertrinker ein Münchener Bier als Alternative zum Schwalm-Bräu. Nicht slecht. Essen? Nope! Dies kann sich wohl kaum allein auf's Bier beziehen? Essenswagen sind auf jedem guten Festival - ob groß, mittel oder klein - Standard. Ein Teil des überschaubaren Besucherklientels verlässt nachgelungener AMPYRED-Session berechtigterweise den Platz. Warum blieb dieser wichtige Punkt im Flyer unerwähnt? Es interessiert nicht die Bohne, das Schwalm Bräu angeboten wird, - Bier gibt's überall, auf jedem Festival. Somit zieht es uns in eine Location, etwas für's leibliche Wohl zu tun. Dadurch entgehen uns FOLL aus Marburg komplett, deren Mischung etwa in Richtung Hardcore Punk mit Liedern für Durstiges Volk tendiert. Essen geht vor. Merke: Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen. Bestens gestärkt zieht es uns gegen 23.00 Uhr nocheinmal zurück auf den Platz des KUZ-Sägewerks. FOLL haben bereits gespielt, möglicherweise kürzer als gedacht. Der dritte Act hat noch nicht angefangen zu spielen, die Bühne wird fast komplett leergeräumt bis auf zwei Gitarren links am Bühnenrand ist ein Keyboard aufgebaut.
BLUNT AXE TORTURE
Scifi-Grindcore-Sludge? Na das kann ja schräg werden, denk ich mir und gehe ohne Erwartungshaltung rein. Das Geknüppel des Berliner Duos hat es mächtig in sich.Neben stark ausgeprägter fast jeden Song dominierender Grindcoreschlagseite mit rasendem Akkordbeatgeballer, stehen krasse den tiefer gelegten Bereich abgrasende Sludge-Riffs. Verstörende auf dystopische Sci-Fi-Elemente bauende Keyboardeffekthascherei läßt den Reizüberflutungsfaktor bei dieser Zerreißprobe für's Trommelfell in extreme Höhen ansteigen. Entsprechend leer bleibt's vor der Bühne. Solch extremer Konstrast spaltet fast zwangsläufig die Gemüter. Ein Teil des kein Bock auf das irrwitzige auf Zerstörung basierende Geschrote habendes Härtnerschaft-Klientel bleibt lieber im Chillraum und schießt sich dort die Lichter aus, statt mal wenigstens einen Blick zur Band auf die Bühne zu werfen. Schon aus Neugierde auf diese reichlich abgefahrene Mixtur zieht es mich in einem gewissen Abstand vor die Bühne und nach einiger Zeit wieder zu meiner Gruppe zurück.
Überdimensional voluminös laut eingestellt begibt sich ein Dutzend Leute weiter nach hinten zu den Tischen, sich überhaupt nicht weiter bis vor die Bühne wagend, um eine Kostprobe der brachial-morbiden Lärmorgie zwischen Noise Grindcore, Sludge und Electro von BLUNT AXE TORTURE zu nehmen. Der Lautstärke-Pegel ist voll überzogen und somit sogar in Bezug für solch ein Duo fast mehr als grenzwertig. Wirklich abholen tut diese im großen und ganzen mit immenser Lautstärke den Toleranzpegel bis zur äußersten Schmerzgrenze strapzazierend hyperschnelle Taktfolgen aneinander reihende Raumklang-Cacophonie in rasendem Tempo, zwischen zeitlich kurz gebremsten Sludge-Doom-Riffs mit immens destruktiver Ausrichtung bei entsprechender Wirkung kaum jemanden, weshalb wir somit früher als gedacht das Gelände verlassen um den Heimweg anzutreten. Als Lichtblick bleibt der feine AMPYRED-Gig zurück, womit das SMOA 2026 gerade noch knapp gerettet wurde. Orgatechnisch war das SMOA wahrlich schon besser. Vielleicht nächstes Jahr auch wieder mit Essenswagen? Immerhin hat das anwesende Fanklientel den Event durch erforderliche Präsenz unterstützt; demzufolge ist davon auszugehen, dass 2027 ein weiteres SMOA stattfindet.
Fotos und Bericht: Michael Toscher

