PROCESSION - Kassel


Konzert vom 09.09.2026
Support: SAVAGE OATH und AGAINST EVIL 

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PROCESSION
AGAINST EVIL
SAVAGE OATH 

Styles: Epic Metal, Traditional Heavy/Power Metal, Epic Doom

Unter dem Motto 'Three Bands United in Steel' macht dieses Tourtriple in Kassel Halt. Etwa knapp 100 Leute zieht es am Mittwoch auf den Weg dorthin, um der Goldgrube ihren Besuch abzustatten. Mit der Doom-Instituiton PROCESSION als Headliner, der indischen Heavy/Power Metal-Brigade AGAINST EVIL und dem US-Epic Metal Geheimtipp SAVAGE OATH geben sich drei selten in der Konstallation zu sehende aktuell auf Tour befindliche Bands ihr Stelldichein. Bei diesem Billing dürften Underground Metalmaniacs feuchte Finger bekommen...

SAVAGE OATH

gehören aktuell zu den Senkrechtstartzer auf dem US-Metalsektor und markieren gegen 19:30 Uhr den Anfang, schaffen es gleich auf Anhieb zahlreich Publikum viel Anhängerschaft der Underground-Fraktion vor die Bühne zu locken. Der von schnellen Parts durchsetzte Epic Metal findet in der Goldgrube reichlich Anklang. Krasse Heavy/Speedabfahrten, Epische Momentaufnahmen vor nahezu frenetisch abgehender Fanschaar erzielen Wirkung. Das durchweg zu Nummern wie, „Blood For the King“ „Wings of Vengeance“, “Warlock's Trance“, Onward We March“ oder „Savage Oath“ steil gehende Publikum einschließlich beherzter Vorstellung der US-Metal-Hoffnung bestätigen dem Amiquartett angeführt von Sänger Brendan Radigan und Gitarrist Leeland Campana einen bärenstarken Auftakt, der von beiden im Anschluß folgenden Bands eigentlich schon nicht mehr zu toppen sein dürfte...

Nur mal so am Rande:
An Patches, Tonträgern und Merch mangelt es nicht, dahingehend haben alle Bands entsprechende Auswahl am Start, leider sind bei PROCESSION Schwarz-Weiss Shirts nur noch in Größe XL erhältlich, was bei derartigen Motiven schade ist... Zu meiner Freude treffe ich Roland einen langjährigen Bekannten als Merchandiser von AGAINST EVIL... feines Ding! 

AGAINST EVIL
bei der im Größendurchschnitt kleinsten Band im Billing, dem Indischen Fünfer AGAINT EVIL bietet sich ein bizarres geradezu paradoxes Bild: Zahlreich große Leute vorne, die kleinen dahinter! Was ist das? – Verkehrte Welt! AGAINST EVIL rocken davon unbeirrt wie ein heftiger Wirbelwind angefeuert von ihrer treuen Fancommunity die Goldgrube. Ansagen vor den jeweiligen Songs bürgen ausnahmslos für traditionellen schon ins true dringenden Spirit, daran lassen AGAINST EVIL keinen Zweifel bestehen.

Die sympathischen Inder rocken die Goldgrube geradlinig heavy dass es dauerhaft mitreisst! Gitarrist M. Sravan Chakravarthi und Bassist Siri Sri teilen sich bei Hymnen vom Kaliber „The Enemy Within“, „All Hail The King“ „Stand Up and Fight“ oder „Metal Or Not“ zeitweise die Vocals, mal singt der eine, dann der andere. AGAINST EVIL spielen furios in der Goldgrube auf, geben Vollgas, dass kein Auge trocken bleibt, lösen Begeisterungsstürme aus. Dynamische Power-Speed Parts und rhythmischer Midtempogroove mit rasanten Tempowechseln schlagen bei gutem Licht und Sound voll ein. Hell Yeah, - AGAINST EVIL können gerne mal zusammen mit KRYPTOS und HIGHWAY 69 in der Goldgrube zur indischen Metal Nacht blasen, - dies wäre vielleicht mal eine Anregung wert...?!?

PROCESSION
Fliegender Wechsel nach AGAINST EVIL wird es aufeinmal ziemlich leer in der Goldgrube. Doom ist halt schon ziemlich speziell und erst recht nichts für Zartbesaitete Gemüter. Das letztlich verbliebene Fan-Drittel feiert Chiles Doominstitution gebührend ab. Beim Headliner  PROCESSION steigert sich der Härtegrad enorm. Sechs zentnerschwere Epic-Doom-Hämmer reichen für den Headliner völlig aus, um die zur Verfügung stehende Zeit zu füllen, das Ambiente in Schutt und Asche zu legen.  Spätestens damit kommt die CANDLEMASS SAINT VITUS/SOLITUDE AETURNUS-Garde zu ihrem Recht. Bei den Langriemen „To Reap The Heaven's Apart“ und „Chants of The Nameless“ entfaltet sich das volle Potential des schwarzmetallisch angehauchten Epic-Doomvierers, zwischendrin geht es extrem derb zur Sache. Die Gitarrenfraktion post, Felipe Plaza Kutzbach blüht voll in seinem Element auf. Als ein Fan Spaßes halber bei der Frage nach einem langen Song ihm „Rime For The Ancient Mariner“ vorschlägt, was von fragenden Blicken und Gelächter quittiert wird, wird eine kurze Sequenz des zeitlosen Klassikers kurz  angespielt, daraufhin kontert Felipe umgehend mit dem alles dazu sagenden Spruch: „We don't want to fuck with... - IRON MAIIIIDEN?“ Eine Aussage von respektvoll zynischem Gehalt, was soviel bedeutet wie: IRON MAIDEN sind unantastbar. - Daran gibt es nichts zu rütteln!

Unabhängig dessen schmettert der Chilenenfünfer alle sechs Doomschellen beginnend mit dem Intro endend beim Outro, geradewegs wie aus einem Guss, kantig, laut, fließend rhythmisch brachial tonnenschwer heavy dröhnende Gitarren wuchtiges Drumming, pumpende Bassrhythmen, Felipe's leidenschaftlicher Gesang – so kennen Doomlunatics PROCESSION!

Treue Fans in den ersten Reihen singen Zeile für Zeile mit. Schleppend bedrohlich um sich greifend fast wortwörtlich beissende Gespensteratmosphären-Epik verteilt sich im Raum, überall knistert die Luft! PROCESSION bilden ihre wuchtig vorwärts rollende Wall of Sound, Felipe post mit seinen Nebenleuten zum einen der Griechische bei den Death Metallern DEATH CONGREGATION aktive Gitarrist Anastasis Valtsanis, zum anderen Live-Bassist Phil Ross um die Wette, während Schlagzeuger (handelt es sich hier evtl. um Francisco Aguirre?) für erforderlich kraftvollen Punch hinterm Kesselwald sorgt. Etwa gegen 23:00 Uhr beendet der Chilenvierer sein Gastspiel in Kassel.

Sechs epische Düster-Doomhämmer zelebrierten PROCESSION in der Goldgrube:
1 Intro
2 When Doomsday Has Come
3 Raven Of Disease
4 To Reap Heavens Apart
5 Death & Judgement
6 Chants Of The Nameless
7 One By One They Died
8 Outro

Nach dem Gig wird Tommy noch ein Geburtstagsständchen gebracht, Happy Birthday to you... Happy Birthday to You... da bin ich leider nicht mehr anwesend, weil wir zeitig nach Hause müssen, am nächsten Tag wartet nen' Haufen Arbeit...

Fazit: Was für eine volle Packung! Zurück bleibt Nachlese zu einem fetten Abend mit krassem Übergang zum Schlußact in der Goldgrube. Alle drei Bands hielten, was dieses Billing versprach. Mehr kann bzw. sollte man nicht erwarten. Die Fans im Ambiente haben fett gerockt, Dirk und Diana Schneider vom ausrichtenden 98 RECORDS/MASTERS OF CASSEL-Team ein goldenes Händchen für dieses erlesene Underground-Billing bewiesen. Zufrieden den Heimweg antretend füllt sich der Geist allmählich mit Impressionen zu diesem tollen Dreierpackage.

Fotos und Bericht: Michael Toscher

 

 

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