BENEDICTION - Kassel

Konzert vom 16.10.2026
Support: RANZER + NIGHTBEARER
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BENEDICTION
NIGHTBEARER
RANZER
Bereits ein halbes Jahr zuvor meldete dieses Konzert... - Ausverkauft! Mit viel Spannung sah ich diesem kleinen Jahreskonzerthighlight schon seit über einem halben Jahr in der Goldgrube Kassel entgegen. Dem entsprechend empfiehlt sich möglich pünktliches Erscheinen, Bus und Bahnanreise laufen mühelos, Zug hält einwandfrei pünktlich in Kassel. Bei Ankunft stehen bereits viele Besucher/innen, vor dem Eingang der Goldgrube, damit heißt es noch bevor es losgeht zahlreich Freunde und Bekannte Gesichter wiedersehen, Smalltalk, Grüßen, anschließend nichts wie rein! An der Theke mittels Durststillen gleich ein großes Alkohol-Freies geholt, weitere Freunde/Bekannte getroffen, begrüßt und Gespräche führen.
RANZER
Als erste Combo darf die Ranzerbande ran, in der Goldgrube gibt es bereits zu RANZER kein Durchkommen mehr, recht früh passiert ein Dilemma mit dem Schlagzeug ein Drumpedal fällt wegen Defektes aus. Sowas kommt vor, passiert. Kurti macht Ansagen um die Zeit bis zur Reparatur geschickterweise sinnvoll zu nutzen, es erfüllt seinen Zweck zumal NIGHTBEARER der Kollegschaft mit einem Drumpedal aushelfen. So geht sozial verbunden mit kollegial - Daumen hoch! RANZER machen das Beste daraus, liefern in extrem gefüllter Location entsprechend kantig trifft kompromisslos mitten auf's Fressbrett wie gewohnt fett ab. Als Anheizer weckt die ruppig blutig rohe Mischung aus schnellem Oldschool Thrash (SODOM, EXODUS & Co,) mit herbe dreckverkrustetem Crustpunk bei vielen Lust auf mehr. Somit hat die RANZERBande unabhängig wertneutral zu betrachtender Schlagzeugpanne ( einen erstklassigen Job hingelegt. Kürzer als erwartet ist der Gig vorbei oder fühlte sich das etwa nur so an?
NIGHTBEARER
erzeugen eine mörderisch arschtight von alten Schwedischen Death Metalbands beeinflusses Death Metal Inferno, das häufig zu frühen DISMEMBER und UNLEASHED rüberschielt. Heute gefällt die Vorstellung sogar noch besser als auf dem Metal Diver 2023 wo sie schon recht stark waren. NIGHTBEARER agieren als massiv Riffbrecher an Riffbrecher reihend aus allen Rohren Feuerndes Festungsbollwerk. Permanent wie ein Wiesel von links nach rechts und von rechts nach links wie ein Derwisch auf Speed über die Bühne flitzender Frontgrowler Michael Torka, dessen Name mir aus der Vergangenheit von seiner Arbeit mit BLOODWORK nicht unbekannt, nutzt jeden Zentimeter Bühne growlt wie ein vom Wahnsinn Besessener, reisst öfter die Augen wie ein solcher auf, stachelt das Publikum dauerhaft an. 
Von schweren Riffketten vorwärts getriebene Death Metal Abrissbirnen im Format "Lycanthropic Death Squad" "Beware The Necromancer", "The Dragon Reborn" oder "Defiance" ballern mit mörderisch intensiver Wucht in den Äther. Headbangen (auch ohne lange Haare) mit der Gitarrenfraktion funktioniert bei Frontmann Michael Torka ebenfalls bestens, tiefe Growls sitzen Dominik Hellmuth agiert hochkarätig konzentriert an der Sechssaitigen alle gedehnten Leadsoli sitzen, die Harmonie mit Bandkamerad Tristan klappt hervorragend. Bassist Florian Böhmfeld und nicht zuletzt der seine Vorderleute permanent antreibende Drummer Manuel Lüke bilden eine harmonisches Team, das wie ein gelöltes Laufwerk funktioniert. Teils längeren Ansagen hingegen wirken phasenweise Spielfluss unterbrechend, hemmen allerdings nicht den Zug nach vorn. Acht brutal abgefeuerte Death Metal-Geschosse ihrer drei Studio-Alben 'Tales of Sorcery and Death', 'Ghosts of a Darkness to Come' und 'Defiance' schlagen mit vernichtender Durschlagskraft wie ein gewaltiger Donnersturm ein. Selbst wenn einigen Leuten der abgemischte Sound nicht allzu sehr gefällt, was sie deutlich zu verstehen geben - das harmonische Auftreten der Band überzeugt restlos. Es ist eine Kunst vor einem Act wie BENEDICTION zu bestehen, dieses Unternehmen ist exzellent gelungen, davor ziehe ich meinen Hut. NIGHTBEARER haben sich selbst übertroffen das heißt übelst bärenstark abgeliefert, - Stimmung mächtig angeheizt!
Mittendrin einfach mal notiert:
Impuls gebende Gespräche mit vielen lieben Leuten die ich längere Zeit nicht gesehen habe, phantastische Stimmung, unterhaltsam inspirierender Gesprächs-austausch mit Anstimmung der Hymn of Long-John Silver von RUNNING WILD (das kultige 1988er 'Ready For Boarding'-Live-Albumgeistert mir durch den Kopf) sorgen für Stimmung in der Umbaupause... fehlte nur die Bratwurst/Pommesbude. Das Thekenteam und an der Eingangskasse hat viel zu tun. Alle drei Shirtsstände bieten lukrative Auswahl. Beide Vorbands RANZER und NIGHTBEARER ihr Merch gleich vorne am Eingang auspacken, während sich BENEDICTION mit dem Thekenende Vorlieb nehmen, was immer noch genug Fans zur Merchecke der englischen Death Metal-Institution hinzieht, ein begeisterter Rezensent holt das nach, was längst mal fällig war, besorgt sich ebenfalls ein schönes BENEDICTION-Shirt Oldschool Deathmetal since 1989. Bei allen drei Bands ist es heute so voll wie selten in der kultigen kleinen Kasseler Szenelocation, die heute mit etwa 200 Besuchern voll am obersten Limit liegt.
BENEDICTION
ballern trotz starker Vorstellungen ihrer zwei Vorbands daran anschließend alles vorherige nocheinmal übertreffend in Grund und Boden! Spätestens beim Headliner ist die Goldgrube fast überfüllt. Wie lässt sich das Problem lösen, den ehemaligen Sänger – Dave Ingram als wichtiger Aktivposten - zu ersetzen, dessen gesundheitsbedingter Ausfall sich im Bandgefüge bemerkbar macht? Man kompensiert es mit Einsatz des früheren Sängers dessen Nachfolgers der 21 Jahre von 1998 – 2019 das Mikro bei BENEDICTION schwang. Umso besser, dass man zu dem Zweck Dave Hunt in der Hinderhand hat, womit der Verlust aufgefangen wird. BENEDICTION spielen immens druckvoll straight. Das fängt zunächst bei der Auftaktgebenden Vier-Punk-Songss-Session (darunter wenn mich nicht alles täuscht „Engines of War“ vom aktuellen Ravage of Empires'-Album, , „Scriptures in Scarlet“ und „Suffering Feeds me“) an.
Binnen Kürze kommt reichlich Bewegung ins Publikum, das Stimmungslevel - aufgeheizt im Saal brodelt und gärt es mächtig! Nach vorausgegangener Punk-Song-Session geht es über in reinen Oldschool Death Metal, wo Shouter Dave Hunt mehrfach auffordert tobende Moshpits zu bekommen, die sich neben zahlreich in die Höhe gereckter Fäuste zwischendurch bilden. Mit „Unfound Mortality“ findet das Transcend the Rubicon-Album Berücksichtigung, da geht es heftig zur Sache, griffige Tempowechsel inklusive, dann wieder in den Modus zum intensiv rollend mit gedehnten Gitarren/Bassläufen tempoforcierter Knüppelparts inklusive drohendem Unterton schaltend – Parallelen zu den Amis OBITUARY sind zeitweise vorhanden, bei intonierend tempogredosselten Doom-Bremsklötzen werden Erinnerungen an ASPHYX wach. Wer Oldschool Death Metal seit 1989 macht, weiß wie's geht!
Dafür und nichts anderes stehen BENEDICTION seit siebenunddreißig Jahren, eine Szeneinstitution an der es für echte Death Metal-Fans, die etwas auf sich halten, kein Vorbei gibt! Alle neun Alben der BENEDICTION-Bandhistorie angefangen bei 'Subsconcious Terror“ und 'Grand Leveller“, weiter zu 'Transcend the Rubicon', 'The Dreams You Dread', über 'Grind Bastard 'Organized Chaos', 'Killing Music' bis zur aktuellen Death Metalwalze 'Ravage Of Empires' finden Berücksichtigung das ganze Spektrum wird abgedeckt, zwischendurch erlauben sich die sympathisch top kommunikative Interaktion mit den Fans haltenden Engländer Späßchen vor anwesender Publikumskulisse. Vorschlaghämmer wie „Stormcrow“, „ „Jumping at Shadows“, „They Must Die Screaming“ sind für tobend rotierende Moshpits gemacht! Wildes Headbangen im rotierenden sich nichts schenkenden Pit, geht's mit Ellebogen zur Sache beinhart ab! Zahlreich gereckte Fäuste eines bei temporeduzierten Passagen exzessiv im Takt mitgehenden Publikums legen beeindruckend Zeugnis ab. Lustige Ansagen des hervorragend bei Stimme befindlichen Sängers Dave Hunt mit pflegeleichter Frisur kommen an, während des Gigs hat man sich und Fans einiges zu erzählen.
Rumpelig knarrzend schwer mit kraftvoll gedehnten Deathgrowls und bestens harmonierender Band mit rhythmisch groovend, pfundschwer Präventivschläge und beissende Leadsoli verteilender Gitarrenaxe Derren Books/Peter Rew angetrieben von schepperndem Schlagzeuggeklöppel – so geht englischer Todesblei im 80er Style! Als jemand mittendrin sogar „Hotel California“ reinruft, quittieren es die für ihren trockenen Humor bekannten Engländer inklusive der Aussage: „What? We don't want to play this Song in Our Set!“ gönnen sich und ihren Fans den Spaß das Stück lächelnd Augenzwinkernd kurz anzuspielen. Danach geht’s wieder massiv alles wegschrotend brutal in die Vollen... Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Im Schlußdoppel „Crawling over Corpses“/„The Dreams You Dread“ wo die Reise bei letzerer Grinddeathabfahrt nocheinmal zurück zu den frühen Demotagen führt, rotiert nocheinmal der tobende PIt, es ballert erneut brutal wie Hölle, gegen 23:30 Uhr schweigen alle Verstärker. Schwitzende Shirts und ein ausgepowert restlos zufriedenes Publikum sagen alles – BENEDICTION untermauterten ihren Ruf als eines der besten Knüppelkommandos auf dem Death Metalsektor eindrucksvoll. Oldschooliger geht’s einfach nicht mehr!
Da ich selbst direkt im Anschluß dieser Livebühnensession zügig den Heimweg antreten musste und wohl nur eine Setlist ausgelegen hat, kann eine genauer bestimmte Songreihenfolge nicht bestätigt werden, deshalb hier mal meine aus dem Kopf heraus gemerkten, wo ich mir selbst sicher war: „Suffering Feeds Me“, „Scriptures in Scarlet“, ebenso 'Unfound Mortality', 'Jumping At Shadows', 'Magnificat', ein aggressiv wuchtig alles zerstörendes „They Must Die Screaming“, dazu „Stormcrow „Crawling Over Corpses' und 'The Dreams You Dread' - egal was immer gebracht wurde, es hat die Location komplett auseinandergenommen. Selten wurde die Goldgrube von einem 3er Package so zerlegt!
Fazit: Feiner abend mit drei kompromisslos zu Werke gehenden Extremhärtner-Bands hat gerumpelt wie Sau, kann das besser gehen als mit räudig derboholic in jeder Ritze arschtight Oldschool? Nope!
An dieser Stelle geht noch ein kleines Dankeschön an Michael 'Didi' Dithmar, für das feine den Bericht trefflich komplettierende RANZER-Foto,
Fotos und Bericht: Michael Toscher

