ROBERT JON & THE WRECK - Aschaffenburg
Konzert vom 15.10.2026
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ROBERT JON &THE WRECK
Kein neues Album in diesem Jahr, nachdem zuletzt jeden Somer nachgelegt wurde. Dennoch gab es mit der Compilation „Wreckage Vol.3“ ein Goodie für die Fans, die Maschine läuft also weiter auf Hochtouren. Dabei sind ROBERT JON & THE WRECK eigentlich mit Touren ausgelastet, bereits ein zweites Mal sind sie in de Jahr in Deutschland unterwegs. Kein Wunder nachdem man ein paar Jahre unter dem Radar lief, zählt man heute zu den heißesten Acts im Spannungsfeld von Blues Rock und Americana. Grund genug für FFM-Rock, im Aschaffenburger Colos-Saal Augenzeuge eines Gigs der Jungs aus Orange County zu werden.
Ohne Support ging es pünktlich um 20 Uhr auf die Bretter, wo ein gut gefüllter Club mit erfreulich hoher Frauenquote schon wartete. Und mit dem ersten Ton war sofort diese unglaubliche Spielfreude bei dem Fünfer da, der mal locker losrockte. Fast Boogie-mäßig ging es mit einem Stück aus eben der „Wreckage“-Reihe los, der Schweiß, das Motorenöl und der Staub der Straße aus dem Video waren förmlich zu riechen im Venue. Eigentlich eine sehr kurze Nummer zeigte die Formation was sie eben live ausmacht. Nur selten wurde ein Song eins zu eins auf die Bühne übersetzt, bereits beim Opener gaben sich die Protagonisten bei den Soli die Klinke in die Hand.
Rechts stand Jake Abernathie hinter den ganz vorne aufgebauten Tasten und ließ seine flinken Finger darüber gleiten. Ihm war anzusehen, wie viel Freude er daran hate, wenn er mal losgelassen wurde. Dafür konnte sich Bandboss Robert Jon Burrison auch darauf verlassen, dass sich der bärtige Rothaarige sonst dem Song unterordnete. Wenn es ordentlich rockte, klimperte das Honky Tonk, während er seinem Nord-Synthesizer bei den sphärischen Stücken analog klingende Flächen entlockte. Am meisten kam die Hammond zum Einsatz, mit der er die Riffs anschob, um dann bei seinen Soloausflügen das Leslie zum Glühen zu bringen.
Noch auffälliger war Henry James Schneekluth auf der anderen Flanke, dessen Spiel unfassbar war. Alleine wie er viele feine Fills einflocht, und mit Burrison harmonierte, gerade wenn beide zu Harmonien ansetzte. Sonst war er klar als Leadgitarrist gesetzt, so eine klare Trennung zwischen Rhythmus – und Sologitarre hört man heute nur noch selten. Egal wie schnell er dann zockte, es artete nie in Selbstdarstellung aus, sondern atmete stets viel Feeling in der Darbietung. Immer wilder jagte er über das Griffbrett, und seine Hinterleute treiben ihn noch weiter an, verschärften das Tempo.
Allen voran Drummer Andrew Espantman, der den Takt immer weiter forcierte, dabei stets lässig hinter seinem Kit blieb, und ab und an ein Break dazwischenhaute. Alles schwoll an, und Henry James stand dabei ganz vorne, wobei er seine linke Seite nur selten verließ, und erntete verdienten Szeneapplaus. Beim einen Ausflug lieferte er sich ein Duell mit Abernathie, in welchem er seine Parts vorgab, der Mann an den Tasten konterte. Damit versetzten die Zwei das Publikum endgültig in komplette Ekstase, deren Augen ihnen förmlich an den Händen hingen.
Im Gepäck blieben die großen Gesten, weil die Musikalität klar im Vordergrund stand, diese unglaubliche Leidenschaft. Was sich auf das Auditorium übertrug, da braucht es sonst nichts als einfach ehrliches Handwerk dieser Güteklasse Gerade dem Frontmann nahm man jedes Wort ab, das über seine Lippen kam, Lieder von der Straße, von vergangener Liebe und dem Leben, das so echt ist wie ihre Musik. Mit schöner Bluesröhre intonierte er seine abgehangenen Kompositionen, hielt sich bei den Jams im Hintergrund und räumte seinen Kollegen mehr Platz ein. Außerhalb ließ er sich nicht in die Karten schauen, den Hut tief ins Gesicht gezogen gab sein Bart wenig von seiner Mimik preis.


Hüte waren ohnehin sehr beliebt, was gut zum hemdsärmeligen Outfit des Fünfers passte, einfach das Jeanshemd über das Shirt getragen. Schneekluth setzt mit seinen Hippieklamotten einen kleinen Kontrast, der gut mit seinem Afro korrespondierte. Als einzigen konnte man Bassist Warren Murrel optisch im heimatlichen Orange County verorten, obwohl er als einziger nicht mehr dort wohnt, aber vielleicht lässt sich auch in North Carolina surfen. Er schlug gerne mal die dicken Saiten kraftvoll an, und zog den Arm voll durch, ein Beispiel für die eher entspannten Posen der Herren. Bei seinem Spiel überraschte mit vielen Läufen, damit einer kleinen Abkehr vom Bluesschema.
Zwar war die Tour nach dem aktuellen „Heartbreaks & Last Goodbyes“ benannt, allzu sehr stand das Album nicht im Fokus, es gab einen Querschnitt der Diskografie zu hören. Von den Einsätzen stand es gleichberechtigt neben dem Vorgänger „Red Moon Rising“ und dem Klassiker „Last Light On the Highway“. Dessen eröffnende Hymne bildete natürlich den obligatorischen Höhepunkt, es bedurfte nicht einmal der Aufforderung, damit die Fans den Chor anstimmten, was die Musiker gerührt zur Kenntnis nahmen.
Der Schlusspunkt des regulären Sets und die erste Zugabe stellten ebenso Fixpunkte des Programms dar, der Rest wird allabendlich durchgewechselt. Beibehalten wird da die Mischung, welche die ganze Bandbreite der Band von Balladen über epische Tracks, Heavy Blues bis zu Americanaanleihen abdeckte. Momentan bringt wohl kein anderer Act diese Range unprätentiös mit so viel Power, Herzblut und spielerischer Raffinesse rüber, wofür die sympathischen Herren massiv abgefeiert wurden.
Setlist ROBERT JON & THE WRECK:
Waiting For Your Man
Boss Man
Arroyo
Back To The Beginning Again
Long Gone
Dark Angel
Better Of Me
Red Moon Rising
Don´t Let Me Go
Bring Me Back Home Again
Ballad Of The Broken Hearted Man
Oh Carolina
Cold Night
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Rager
Do You Remember



